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  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    Der Tagesspiegel / Kultur / Matthies ringt um Worte

    Deutsch muss nichts ins Grundgesetz

    Matthies ringt um Worte: In seiner Online-Sprachkolumne bespricht Bernd Matthies diesmal den Versuch, den Satz "die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch" im Grundgesetz zu verankern. Die möglichen Folgen gefallen ihm gar nicht.

    Mal ne ganz blöde Frage: Welche Sprache ist eigentlich die Sprache der Bundesrepublik? Deutsch, oder? Es mag sein, dass sich das in gewissen Ecken Neuköllns ein wenig verschoben hat, und dass unsere Schaufenstergestalter weiteren Zweifel säen, wenn sie demnächst wieder das Land mit dem Wort „Sale“ zupflastern. Aber bedroht das die Rolle der deutschen Sprache insgesamt?

    Bei der Bild-Zeitung scheint man dieser Ansicht zuzuneigen. Denn eine Aktion des bunten Blatts, die vom Verein Deutsche Sprache (VDS) angestoßen wurde, erbrachte 40000 Unterschriften, die soeben dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zugeleitet wurden. Ziel: Artikel 22 des Grundgesetzes soll um den Satz „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch“ ergänzt werden. Wer mittun will, bitte: Bis zum 19. Januar sind weitere Unterschriften unter http://epetitionen.bundestag.de möglich. Aber dann soll mir derjenige bitte auch erklären, was die ganze Aktion eigentlich soll.

    In der Begründung des VDS-Vorsitzenden Walter Krämer dröhnt es zwar, der neue Satz im Grundgesetz bilde „einen bindenden Auslegungsmaßstab für die gesamte Rechtsordnung“ und einen „möglichen Ausgangspunkt für künftige Gesetzgebung“. Konkreter geht es nicht, dafür folgen allerhand Erwägungen symbolischer Art in der Richtung, dass der Satz von den Gruppen, die einen besonderen Bezug zur deutschen Sprache besitzen, etwas einfordere: „Ein Stück weit Verantwortung für die Weiterentwicklung des Kulturguts Sprache zu übernehmen“.

    Es ist wieder die alte Leier. Jeder, der ein besonders gewichtig aussehendes Thema mit sich herumträgt, möchte es ins Grundgesetz aufgenommen sehen. Den Umweltschutz, den Tierschutz, das genfreie Schüleressen, und nun eben auch die Sprache. Das alles nützt zwar alles konkret überhaupt nichts, würde aber die Möglichkeit eröffnen, zukünftig mitzuteilen, es handele sich um ein so abnorm wichtiges Thema, dass es sogar ins Grundgesetz…

    Nun ist das Grundgesetz aber keine Symbolveranstaltung, sondern enthält höchst wirksame juristische Regeln. Was könnte der Sprach-Passus bewirken? Dass Deutsch die deutsche Amtssprache ist, steht außer Zweifel. Das ist mehrfach im Verwaltungsverfahrensgesetz und in anderen untergeordneten Gesetzen verankert, und es ergibt sich sowieso indirekt aus der Tatsache, dass alle deutschen Gesetze auf Deutsch formuliert sind und nicht auf Sorbisch, Türk-Deutsch oder Denglisch. Eine Klarstellung ist also nicht nötig.

    Die Idee der Sprachschützer muss deshalb eine andere sein, und sie ist vermutlich in dem Hinweis zu finden, dass die Grundgesetzänderung einen Ausgangspunkt für künftige Gesetzgebung bilde. Da ließe sich allerhand denken, und nichts davon gefällt mir. Sollen die Ordnungsämter künftig, wenn grad kein Glatteis ihre Aufmerksamkeit fordert, Bußgelder gegen Geschäftsleute verhängen, die mit englischen Vokabeln werben? Entfällt das Recht auf einen Dolmetscher in Gerichtsverhandlungen? Entfällt das Recht der Helgoländer, amtlich wirksame Schriftstücke auf Friesisch vorzulegen? Sollen Uni-Vorlesungen auf Englisch verboten werden? Darf Bastian Sick die nach seiner Ansicht Dummdeutschen künftig auch in Amtsblättern zurechtweisen? Bitte, das ist nicht besonders weit hergeholt, denn derlei in das Private einwirkende Regelungen gibt es ja beispielsweise in Frankreich durchaus. Und man wird angesichts der Kampagne der Bild-Zeitung argwöhnen dürfen, dass hier auch kräftig Stimmung gegen Einwanderer-Familien gemacht wird, deren Kinder in der Schule sprachlich nicht mitkommen – und denen dann wohl Sanktionen drohen. Vermutlich würde die erste konkrete Aktion der Sprachschützer nach Verfassungsänderung darauf hinauslaufen, den öffentlich-rechtlichen Sendern wieder mal mit einer Quote für deutschsprachige Musik zu drohen.

    Ich habe absolut nichts dagegen einzuwenden, dass der deutsche Staat das Deutsche als Amtssprache vorschreibt. Was auch sonst? Aber außerhalb des staatlich umgrenzten Verwaltungsbezirks haben solche Regeln nichts zu suchen. Verantwortung für die Weiterentwicklung des Kulturguts deutsche Sprache übernehme ich gern. Aber ich möchte dabei nicht von engstirnigen Sprach-Sheriffs umzingelt werden.

  • Thema von AndyOSW im Forum F r e i s t i l

    taz: Zwei- und Dreisprachigkeit in der Erziehung

    "Ist das Kind nicht total verwirrt?"

    Eine Übersetzerin will ihre Töchter dreisprachig erziehen. Und stößt überall auf Unverständnis. Ein Erfahrungsbericht.


    VON NINA COON

    BRIGHTON taz | Unsere zwei Töchter sind in Berlin zur Welt gekommen. Ich, als Engländerin, spreche nur Englisch mit den beiden. Mein Mann, gebürtiger Franzose lateinamerikanischer Herkunft, spricht ausschließlich Spanisch.

    Wir haben uns aber "auf Deutsch" kennen gelernt. Es war unsere gemeinsame Sprache, und wir werden wahrscheinlich immer miteinander auf Deutsch kommunizieren. Diese unsere Sprache zu wechseln, käme nicht in Frage. Meiner Meinung nach hat man mit jeder Sprache eine distinktive Persönlichkeit. Plötzlich mit meinem Mann Englisch, Französisch oder Spanisch zu reden, das wäre so ähnlich, wie mit einem fremden Menschen zusammen zu sein.

    In Berlin war Deutsch zu sprechen eine Art neutrales Territorium für uns - für zwei Ausländer, beide "nicht von hier", die sich über die Einheimischen lustig machen konnten. Dann kam das erste Kind, und es sollte natürlich dreisprachig aufwachsen. Eine Sprache, eine Bezugsperson, was könnte einfacher sein?

    Als die erste Tochter zur Welt kam, haben uns die Leute ausgefragt: "Na, wie werdet ihr mit ihr sprechen, wie regelt ihr das?" Ich war überrascht, wie oft negative Reaktionen auf unseren dreisprachigen Plan kamen - sogar unter gleichaltrigen, gebildeten und welterfahrenen Menschen.

    "Oh, das wird aber zu viel sein!", sagte eine Journalistin in meiner Bürogemeinschaft. "Ihr solltet euch auf zwei Sprachen begrenzen." "Ist sie nicht total verwirrt?", sagte ein andere. Spielplatzgespräche liefen ähnlich ab. Als wir dann zweisprachige Kitas in Berlin besuchten, wurde bald klar, dass das Angebot sehr begrenzt ist. Diese Kitas sind meist neu, haben keine lange Erfahrung, oft führen Elterninitiativen zu einer Grauzone zwischen elterlicher und pädagogischer Autorität, die zu Verwirrung führt.

    Wir wurden oft interviewt von anderen Eltern, die diese Kitas gemanagt haben. Sie wollten wenig über das Kind wissen oder über unsere sprachliche Situation zu Hause. Wichtiger war ihnen, ob wir am Wochenende Zeit haben würden, die neue Kita zu renovieren oder zu putzen. Schließlich fanden wir eine Kita mit einer liebevollen Umgebung und spanisch sprechendem Erzieher als Bonus.

    Negatives Echo kam wieder, als eine Kinderärztin unsere große Tochter zum Sozialpädiatrischen Zentrum, kurz: SPZ, der Vivantes-Klinik in Friedrichshain schickte. Eine Standarduntersuchung hatte potenzielle Auffälligkeiten ans Licht gebracht. Da stimmte etwas nicht. Vielleicht liegt es an der Dreisprachigkeit? Als mein Mann und ich vor Experten im SPZ saßen, kam tatsächlich wieder der Vorschlag, eine Sprache wegzulassen.

    Na, welche denn? Meine Muttersprache Englisch, die Muttersprache meines Mannes, Spanisch, oder die Sprache unseres Adoptivlandes, Deutsch?

    Wir waren fassungslos. Was ist mit den ganzen afrikanischen Ländern, wo alle Kinder mindestens drei Sprachen sprechen, eine Situation, die dort normal ist? Oder was mit der weitverbreiteten Theorie, dass Kinder die Fähigkeit haben, viele Informationen im frühen Alter zu verarbeiten und dass Mehrsprachigkeit die Intelligenz stimuliert?

    Nach einer Reihe von Tests - Gehirn-, Genetik-, Hör-, Seh-, Intelligenz-Tests - kam nach einiger Zeit die Empfehlung vom SPZ, unsere Tochter auf eine Schule für Lernbehinderte zu schicken. Das war für mich "the nail in the coffin".

    Unsere Tochter besucht seit Mai 2010 eine Schule in Brighton, Südengland. In ihrer Klasse gibt es ein Kind aus Saudi-Arabien, ein anderes Kind aus Ägypten und mehrere Kinder sind afrikanischer, indischer oder pakistanischer Herkunft. Mehrere Kinder sprechen zu Hause eine andere Sprache als Englisch. Dies wird als eine Bereicherung gesehen. Während unsere große Tochter in Deutschland als Mädchen galt, das vielleicht nie eine normale Schule besuchen könnte, wurde es in Brighton ihren Klassenkameraden vorgestellt als "a clever girl, who speaks three languages".
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    Nina Coon ist 41, ist freiberufliche Übersetzerin und arbeitet für die Deutsche Welle. Sie ist mit Familie im Mai nach Brighton gezogen und lebte zuvor 14 Jahre in Berlin.

  • Lieber besserDatum06.12.2010 16:41
    Foren-Beitrag von AndyOSW im Thema Lieber besser

    Und was genau ist an "Sie sollten jetzt lieber gehen." falsch? Ich sehe den "Zwang" nicht, auf die andere (auch mögliche) Formulierung "besser" zurückzugreifen. Beide sind in meinen Augen (und nach meinem Bauchgefühl) recht am Platze. Es kommt wohl auch auf den Kontext an...

    Und warum sollen wir uns Ihrer Meinung nach unbedingt an englische Phrasen anlehnen? Im Übrigen sind Goethes Faust, der "Stern" und meine Fachzeitschriften nicht aus dem Englischen übersetzt worden - Sie meinten ja, "das Meiste kommt ja aus den Vereinigten Staaten". Wie kommen Sie darauf?

    Nachtrag: Unter http://www.linguee.de/deutsch/go+better.html finden Sie eine ziemliche Ansammlung der englischen Phrase "go better" mit ihren deutschen Entsprechungen. Es kommen unter anderem die Sätze "Sie sollten lieber gehen!" als auch "Es ist besser, wenn Sie jetzt gingen!" vor. Als Sahnehäubchen setze ich von mir aus auch noch den Satz "Es ist mir lieber, wenn Sie jetzt gehen würden!" hinzu. Wann was verwendet wird, entscheidet wohl doch der Kontext (Wem ist es lieber? Wann ist es besser?) usw. Da mir die Fachbegriffe zu diesem Thema fehlen, übergebe ich wie immer an die Experten.

  • Thema von AndyOSW im Forum F r e i s t i l

    SZ: Wikileaks und die Sprache der Diplomaten

    30.11.2010, 18:03
    Von Michael Bothe

    "Wir hatten einen offenen Meinungsaustausch" heißt in Diplomatensprache nichts anderes als: Es gab furchtbaren Streit. Die Veröffentlichung von Wikileaks wirft auch ein Licht auf die Frage, wie sich Diplomaten ausdrücken sollten.

    Die Veröffentlichung von Wikileaks wirft auch ein Licht auf die Frage, wie denn Diplomaten sprechen oder sprechen sollten. So nicht! Aber wie dann?

    Diplomatische Sprache ist dadurch gekennzeichnet, dass Vieles nicht und Manches nicht deutlich gesagt wird. "Wir hatten einen offenen und fruchtbaren Meinungsaustausch" heißt im Klartext "Wir haben uns furchtbar gestritten und konnten uns nicht einigen".

    Diese diplomatische Semantik hat Gründe, gute und weniger gute. Dazu ein paar Beispiele.

    Nützlich bis problematisch


    Im Zuge der Entspannungspolitik wollten die vier Besatzungsmächte 1970/71 den Zugang nach West-Berlin und die dortige Präsenz von Einrichtungen der Bundesrepublik auf eine einvernehmliche Grundlage stellen. Man wollte nicht mehr jede Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten in Berlin zum Gegenstand west-östlichen Imponiergehabes machen. Dass die Besatzungsmächte das regeln konnten, war unstreitig. Aber worauf bezog sich die Regelungsbefugnis? Auf Groß-Berlin (so die Westmächte) oder auf Westberlin (so die Sowjetunion). Das wollte man an dieser Stelle nicht entscheiden. So wird der Anwendungsbereich des Abkommens umschrieben als "das betreffende Gebiet". Ein klassischer Formelkompromiss, der es erlaubt, um einer praktischen Regelung willen eine Grundsatzfrage auszuklammern, ein Beispiel für nützliche Zweideutigkeit.

    So klar liegt der Nutzen nicht immer auf der Hand. Nachdem Israel 1967 die Westbank und den Gaza-Streifen besetzt hatte, erließ der UN-Sicherheitsrat die Resolution 242, in der er als Grundsatz der zu treffenden Regelung unter anderem festlegte: "Abzug israelischer Streitkräfte aus Gebieten, die im jüngsten Konflikt besetzt wurden". Nicht aus allen besetzten Gebieten? Im englischen Text wurde der bestimmte Artikel vor "Gebieten", der das klar gemacht hätte, weggelassen. Im Französischen ist nicht klar, ob es sich um den bestimmten oder den unbestimmten Artikel handelt, im Russischen gibt es den Unterschied nicht und der spanische Text gebraucht den bestimmten Artikel.

    Israel beruft sich darauf, dass Gegenstand der Verhandlungen der englische Text war und dass dort das Weglassen des bestimmten Artikels bewusst erfolgte, um eben keine Pflicht zum Abzug aus allen besetzten Gebieten festzulegen. Diese Auslegung wird von arabischer Seite bestritten. Damit war der Streit um die Grenzen des zukünftigen palästinensischen Staates begonnen. Eine klare Regelung der Frage wäre, je nachdem in welcher Richtung sie gegangen wäre, am Widerstand der USA oder der Sowjetunion gescheitert. Die internationale Gemeinschaft schiebt das Problem bis heute vor sich her - keine nützliche Zweideutigkeit.

    Wir danken für Ihre Bereitschaft

    Der Nahost-Konflikt bleibt auch weiter von zweideutigen Texten gekennzeichnet. Das jüngste Beispiel ist die Äußerung des Sicherheitsrats zu dem gewaltsamen Aufbringen einer Hilfs- oder Protestflotte (wie man sie immer nennen mag) durch Israel Ende Mai dieses Jahres. Die im Sicherheitsrat abgestimmte Erklärung des Vorsitzenden verlangt "eine rasche, unparteiische, glaubwürdige, transparente Untersuchung im Einklang mit internationalen Standards". Das Adjektiv "unabhängig" fehlt bewusst. Hintergrund ist ein Streit darüber, ob eine internationale Untersuchung verlangt werden sollte (so die Türkei und arabische Staaten) oder ob eine israelische Untersuchung den Anforderungen genügen würde (so die USA). Zweideutigkeit ja, aber nützlich?

    Inzwischen gibt es eine vom Generalsekretär eingesetzte internationale Kommission mit Beteiligung Israels und der Türkei, deren Verhältnis zu der israelischen Untersuchungskommission offenbar noch nicht so ganz geklärt ist. Wie sinnvoll dieses Verfahren ist, bleibt abzuwarten. Die Perplexität des Betrachters wird freilich noch erhöht: Unabhängig von der Politik des Sicherheitsrats (in dem die fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht haben) und des Generalsekretärs, der vor allem auf den Sicherheitsrat Rücksicht nimmt, hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, in dem andere Mehrheitsverhältnisse herrschen, eine eigene Untersuchungskommission eingesetzt, mit der Israel natürlich nicht zusammengearbeitet hat. Sie stützt ihren für Israel recht peinlichen Bericht auf die Aussagen der zahlreichen bei der Aktion festgenommenen Personen. Da sprechen die Vereinten Nationen also mit zwei unterschiedlichen Stimmen, ein Befund, der dem Ansehen der Organisation nicht gerade zuträglich ist.

    Man nimmt es nicht so genau

    Das Zögern, Gewolltes klar auszudrücken, führt auch zu Euphemismen. Als der Irak 1990 in Kuwait einmarschierte, begann der Sicherheitsrat die Praxis, im Rahmen seiner Konfliktregelung Militäreinsätze von Staaten zu autorisieren. Zunächst verlangte der Sicherheitsrat den Abzug der irakischen Truppen. Dann ermächtigte er Mitgliedstaaten, "alle notwendigen Mittel einzusetzen, um die Resolution 990 (die den Rückzug verlangt hatte, Anm. d. Red.) aufrecht zu erhalten und durchzuführen". Was damit gewollt war, war klar. Es sollte ein Militäreinsatz gegen den Irak zur Befreiung Kuwaits genehmigt werden.

    Warum wird das nicht auch ausdrücklich gesagt? Soll hier eine unaufmerksame Öffentlichkeit für dumm verkauft werden? Scheuen sich die Diplomaten, bewaffnete Gewalt ausdrücklich zu legitimieren? Wie auch immer, die Formulierung einer Ermächtigung, "alle verfügbaren Mittel einzusetzen", ist zum Standardrepertoire des Sicherheitsrats geworden.

    Meist nimmt es der Sicherheitsrat nicht so genau mit der Festlegung, wer genau ermächtigt werden soll. Es müssen ja auch noch Koalitionen geschmiedet werden. Oft ist aber aus dem Gesamtzusammenhang ersichtlich, wer gemeint ist. Da wird etwa einem Staat für seine Bereitschaft gedankt, Truppen zu stellen, Regionalorganisationen werden ausdrücklich genannt. Bei der Ermächtigung für die "Sicherheitspräsenz" im Kosovo seit 1999 wird bestimmt, dass die Truppe "unter wesentlicher Beteiligung der NATO" aufgestellt werden sollte. Die Formel begünstigt die westlichen Staaten, öffnet aber zugleich die Tür für die (damals) notwendige Beteiligung Russlands.

    Bei der Ermächtigung zum Vertreiben des Irak aus Kuwait 1990 stellte sich ein delikates Problem für die Beteiligung: Sollte hier nebenbei eine Legitimation eines neuen israelischen Angriffs auf den Irak gewährt werden? Natürlich nicht, das hätte die für diesen Konflikt so wesentliche arabisch-amerikanische Allianz erschüttert. Sollte man die Ermächtigung also für alle Staaten außer Israel erteilen? Das wäre zu undiplomatisch gewesen. Also ging das Mandat an Mitgliedstaaten, "die mit der Regierung von Kuwait zusammenarbeiten". Das tat Israel natürlich nicht, und es hätte sich somit nicht auf die Resolution berufen können.

    Die internationale Diplomatie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Steuerungsmechanismen, deren die Ordnung einer globalisierten Gesellschaft bedarf. Bestandteil des diplomatischen Werkzeugs ist ein Jargon, der vor allem Härten vermeidet. Das hilft zur Kommunikation auch in schwierigen Situationen. Soweit es eben darum geht, sind die diplomatischen Sprechgewohnheiten nützlich.

    Aber die mangelnde Klarheit ist kein Selbstzweck, nach ihrem Sinn im konkreten Fall muss immer mal wieder gefragt, der Jargon muss hinterfragt werden.
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    Der Autor hat an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt Völkerrecht gelehrt, ist Präsident der Internationalen humanitären Ermittlungskommission und war in viele internationale Verhandlungen und Prozesse involviert.

  • spiegel redaktionDatum01.12.2010 16:58
    Foren-Beitrag von AndyOSW im Thema spiegel redaktion

    Als Nicht-Experte würde ich folgende Zusammensetzungen für richtig halten:
    1. die Spiegel-Redaktion (im normalen Fließtext, die Schreibung "SPIEGEL" ist doch eher plakativ und etwas für Überschriften)
    1.a) die "Spiegel"-Redaktion (als Alternative zur Großschreibung)
    2. die Redaktion des "Spiegel"
    3. die Redaktion des Magazins "Der Spiegel".

    Gewiss gibt es noch andere richtige Formen - ich übergebe an die Experten.

  • Zitat von Dorftrottel
    Ansonsten: Perron, Kondukteur, Chauffeur, Kontrolleur, Porteur, Lokomotive, train, couchette.


    Was ist an französischen oder küchenlateinischen Austauschbegriffen besser als an den englischen?

  • Noch'n Witz...Datum27.11.2010 10:12
    Foren-Beitrag von AndyOSW im Thema Noch'n Witz...

    Der kleine Berliner Junge kommt weinend in die Küche zur Mutter: "Mamma, Pappa hat mir jeschlaagen!". Verbessert ihn die Mutter: "Mich!". Wundert sich der Junge: "Watten, dir ooch?"

  • Papperlapapp! Al-Qaida! In Wirklichkeit heißen die "terre des hommes" und tarnen sich als Kinderhilfsorganisation!

  • Und das BKA müsste nach Wagners Unkenntnisstand die Redaktionsräume des Terraristik-Fachmagazins "TERRARIA" durchsuchen lassen.

  • Thema von AndyOSW im Forum F r e i s t i l

    BILDblog: Wagner mit seinem Latein am Ende

    Die Gedankengänge von "Bild"-Kolumnist Franz Josef Wagner sind ja schon an normalen Tagen kaum nachvollziehbar. Aber mit seiner jüngsten "Post von Wagner" sichert sich der Gossen-Goethe bzw. Gaga-Kolumnist wohl endgültig einen Platz im Olymp des Unfugs.

    Die "Post von Wagner" vom Freitag war nämlich an das Wort Terror adressiert. Klingt komisch, ist aber im Rahmen der Kolumne nicht ungewöhnlich. Wagner schreibt:

    Zitat von Post von Wagner
    Böses Wort Terror,
    Terror ist lateinisch, das Verb terrere bedeutet erschrecken. Das Wort ist über 2000 Jahre alt.


    So weit ist alles noch richtig, doch dann sitzt Wagner einem Irrtum auf, bei dem Klassischen Philologen und Latein-Lehrern die Haare zu Berge stehen dürften:

    Zitat von Post von Wagner
    Historiker übersetzen terrere auch mit: "die aus dem Untergrund kommen".
    Terra – die Erde.
    2000 Jahre später ist Deutschland in Terror-Angst. Irgendetwas kommt unsichtbar aus der Erde.


    Werden wir also von Maulwurfmonstern aus der Tiefe bedroht? Nein: Mal davon abgesehen, dass die lateinische Sprache eher in das Fachgebiet von Klassischen Philologen fällt, sind ernsthafte Zweifel an der Kompetenz der Historiker, die Wagner hier anführt, berechtigt. Denn die Begriffe "Terror" und "Terra" haben etymologisch soviel miteinander gemein wie die deutschen Begriffe "Wurst" und "Durst" — nämlich vier Buchstaben.

    Während die Wurzeln von "terrere" im altindischen "trásati" (zittern) und im griechischen τρέω bzw. τρέσω (sprich: tréo bzw. treso) zu suchen sind, bedeutet "terra" in etwa "das Trockene" (vermutlich von griech. τεραίνω (teraino) bzw. lat. torrere "dörren, trocknen")*.

    Der ähnliche Klang von "Terror" und "Terra" ist also dem Zufall geschuldet. Während man "terrere" immer noch am besten mit "erschrecken" übersetzt, lautet der lateinische Begriff für "die aus dem Untergrund kommen" am ehesten "subterranei".

    Übrigens: Das Wort "Bildung" ist etymologisch mit dem Wort "Bild" verwandt. Das war's dann aber auch an Gemeinsamkeiten.

    *Quelle: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, ausgearbeitet von Karl Ernst Georges, hg. von Heinrich Georges (ND der 8. Auflage), Bd. 2, Darmstadt 1998.

    Mit Dank an Stefan W.

  • westdeutsche Dialekte nehmen überhand!Datum14.11.2010 08:53

    Der Prenzlauer Berg gilt nicht zu Unrecht als "Einwanderungsgebiet" vor allem von Süddeutschen. Leider wird so das Berlinische aus diesem Ur-Berliner Stadtbezirk verdrängt, das betrifft nicht nur den sprachlichen Aspekt. Vor allem zugewanderte Eigentumswohnungsbesitzer haben es immerhin geschafft, den seit 1952 bestehenden Knaack-Klub musikalisch zu kastrieren und wahrscheinlich ganz zu vertreiben:

    Zitat von Pressemitteilung des Knaack-Klubs:
    Die Zukunft des traditionsreichen Knaack Clubs an der Greifswalder Straße ist hingegen ungewiss. Weil ein benachbarter – natürlich nicht nur von Schwaben bewohnter – Neubau nicht schallisoliert wurde, dürfen Konzerte nur noch bis 22 Uhr stattfinden. Außerdem musste die Lautstärke runtergedreht werden. Für Betreiber Matthias Harnoß bedeutet das einen Besuchereinbruch um 70 Prozent. Wie es nach 58 Jahren weitergehen soll? „Momentan steht alles in den Sternen“, sagt Harnoß. „Es gibt die Idee, im Mauerpark was Neues zu gestalten.“

    Für Interessierte: Partymacher als Arbeitgeber.

  • westdeutsche Dialekte nehmen überhand!Datum12.11.2010 16:56

    Zitat von annebohn
    Wenn Sie sogar "zu" richtiger als "an" finden, wieso kommen denn dann die Sprecher von Nachrichten sowohl in Berlin als auch in Hamburg auf dieses "an"?


    Vielleicht, weil sie aus dem Westen "importiert" wurden? Bei dem von mir präferierten Radiosender "Fritz" (Rundfunk Berlin-Brandenburg) tauchen alle halbe Jahre mal neue Praktikanten auf, die später vielleicht einmal Moderatoren werden. Und gerade jetzt haben zwei Bayern ihre Karriere begonnen, es waren auch schon Kölner und Hamburger mit von der Partie. Und dann kann es eben auch mal passieren, dass die Uhrzeitansagen von denen im Berliner Raum üblichen abweichen oder die von Ihnen "bemängelten" Redewendungen "an Weihnachten" usw. herausrutschen.

    "Falsch" oder "Richtig" wird es hier wohl nicht geben, da das hier "Falsche" in anderen Gegenden als "Richtig" empfunden wird.

    Zum Beispiel werden Sie hier in Berlin keine "Berliner" beim Bäcker bekommen, dafür aber "Pfannkuchen". Woanders sind Pfannkuchen etwas anderes. Ähnlich wird es sich mit den landschaftlich geprägten Lebensmittelbezeichnungen "Schrippe", "Schnitte", "Bemme", "Knüppel", "Brötchen" usw. verhalten.

  • Duden download für Open OfficeDatum12.11.2010 16:46
    Foren-Beitrag von AndyOSW im Thema Duden download für Open Office

    Kenne nur die Version 4 für MS Word, war eine brauchbare Korrekturhilfe.

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    Auszug aus einem SZ-Artikel vom 11.11.2010, 13.55 Uhr:

    SZ: Haderthauer will Migranten ein Ultimatum setzen

    ...

    Das Reden hat an diesem Tag Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) übernommen. Und was sie in einer Regierungserklärung gesagt hat, dürfte dem bayerischen Ministerpräsidenten gefallen haben. Haderthauer forderte darin ein klares Bekenntnis der Migranten zur "Leitkultur" in Deutschland. Sonst könne Integration nicht gelingen. "Multi-Kulti ist tot", sagte sie - und wiederholte damit wortgleich die Äußerung des CSU-Chefs bei einer Rede vor der Jungen Union im Oktober. Zu den Werten hierzulande gehöre auch, "dass Kreuze in unseren Klassenzimmern hängen".

    Haderthauer mahnte, das Beherrschen der deutschen Sprache sei "Bürgerpflicht". Es sei jedem Migranten zuzumuten, sie innerhalb eines Jahres zu lernen. Wer nicht bereit sei, sich zu integrieren, müsse mit Konsequenzen rechnen. Haderthauer fügte hinzu, bei "Integrationsverweigerung" müsse es Sanktionen wie Bußgelder und Leistungskürzungen geben. Die bayerische Staatsregierung prüfe derzeit, wie dieses Prinzip "noch konsequenter" umgesetzt werden könne. Anschließend werde es einen entsprechenden Vorstoß auf Bundesebene geben.

    ...

    (Hervorhebung von mir.)

  • Thema von AndyOSW im Forum Aktivitäten zur Sprach...

    In mehr als jeder dritten Familie mit Migrationshintergrund wird täglich vorgelesen – in jeder achten gar nicht.

    Erstmals präsentiert eine Studie Zahlen zum Vorlese- und Erzählverhalten in Familien mit Migrationshintergrund. Anlass ist der bundesweite Vorlesetag am 26. November. Die Hauptakteure stellten die Ergebnisse jetzt in Berlin vor.

    (Berlin, 11. November 2010) Familien mit Migrationshintergrund legen ein sehr unterschiedliches Vorleseverhalten an den Tag. In 36 Prozent dieser Familien lesen die Mütter, in 12 Prozent von ihnen die Väter ihren Kindern täglich vor, in jeder achten Familie liest jedoch niemand vor. Das Gleiche gilt für einen zweiten wichtigen Impuls zur Vermittlung von Sprach- und Lesekompetenz: das Erzählen von Geschichten. In 30 Prozent der Familien wird es von der Mutter, in 13 Prozent der Familien vom Vater täglich praktiziert, in fast jeder vierten Familie erzählt allerdings niemand den Kindern Geschichten.

    Die repräsentative Studie „Vorlesen und Erzählen in Familien mit Migrationshintergrund“, die Mitglieder der größten Migrantengruppen zu Wort kommen lässt, ist die vierte Untersuchung, mit der die Deutsche Bahn, die Wochenzeitung DIE ZEIT und die Stiftung Lesen das Vorleseverhalten in Deutschland untersuchen. „Viele Fakten widersprechen gängigen Vorstellungen“, erklärt Dr. Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen: „Ein großer Familienverbund mit mehreren Generationen in einem Haushalt bedeutet etwa noch lange nicht, dass hier viele Vorlese- und Erzähl-Akteure tätig sind – meist sind es die Mütter, mit Abstrichen die Väter.“ Hinzu komme: Familien aus Regionen mit klassischer mündlicher Erzähltradition verhalten sich sehr unterschiedlich. Eltern mit arabischem Migrationshintergrund zeigen sich im Unterschied zu Eltern mit türkischem Migrationshintergrund sehr aktiv. Ein weiteres Ergebnis der Studie: In Migrantenhaushalten mit muslimischer Prägung spielen religiöse Inhalte zwar eine große, jedoch keine größere Rolle als in christlichen Haushalten.

    Laut Studie ist neben dem Bildungsabschluss das Herkunftsland ein wichtiger Vorlese- bzw. Erzähl-Indikator: In Familien aus Osteuropa und Russland, den arabischen Ländern sowie dem ehemaligen Jugoslawien seien beide Traditionen verbreitet, dann folgt West- bzw. Südeuropa. In der größten Migrantengruppe, den Familien aus der Türkei, wird beides am wenigsten praktiziert: Fast die Hälfte der Eltern in dieser Gruppe erzählt nie Geschichten, jedes dritte Elternpaar liest nie vor.

    „Geschichten – ob vorgelesen oder erzählt – vermitteln Kindern Sprachfähigkeit, stiften Identität im komplexen Zusammenspiel von Herkunfts- und neuem Heimatland. Sie können regelrechte Integrationsmotoren sein“, erklärt Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn. Grube: „Nicht wenige Familien mit Migrationshintergrund nutzen offenbar dieses Potenzial – aber noch bleiben zu viele außen vor. Wir müssen dort die Vorlese- und Erzählkultur weiter stärken. Die Deutsche Bahn setzt hier einen Schwerpunkt ihres gesellschaftlichen Engagements.“

    „Die Studienergebnisse zeigen, dass das Vorlese- und Erzählverhalten in Familien mit Migrationshintergrund ausgesprochen unterschiedlich ist“, betont Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer DIE ZEIT. Das Etikett „Familie mit Migrationshintergrund“ versperre oft den Blick auf komplexe Lebenswirklichkeiten – und daher für wirksame Maßnahmen: „Bildungspolitisches Schubladendenken ist auch beim Thema Lesen und Vorlesen falsch. Stattdessen müssen zielgruppenspezifische Impulse gesetzt werden. Mit dem bundesweiten Vorlesetag möchten wir diese Impulse noch stärker als bisher setzen.“

    Heinrich Kreibich, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, zieht das Fazit: „Gerade dort, wo weder Vorlesen noch Erzählen in der familiären Tradition eine Rolle spielen, muss so früh wie möglich angesetzt werden, um junge Eltern zu sensibilisieren. Hier geht es um elementare Sprachförderung in Kooperation mit Kinderärzten sowie vielen anderen Akteuren, auf die wiederum Vorlesemaßnahmen aufbauen – und somit um ein hohes Investment. Es ist aber notwendig – im Interesse aller Menschen, die in Deutschland leben.“

    Den Höhepunkt der Vorleseaktivitäten bildet auch in diesem Jahr wieder der bundesweite Vorlesetag, der am 26. November 2010 stattfindet. Der siebte bundesweite Vorlesetag kann erneut eine Rekordbeteiligung vorweisen: Rund 9.000 Vorleserinnen und Vorleser engagieren sich rund um dieses Datum in ganz Deutschland, darunter viele Prominente aus Politik, Kultur, Medien und Sport – etwa Richard von Weizsäcker, Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesminister Dr. Philipp Rösler, Bundestagsvizepräsident Dr. h. c. Wolfgang Thierse, Franz Müntefering, Renate Künast, Cem Özdemir, Jens Lehmann, Nena, Marietta Slomka und Ranga Yogeshwar.

    Der Aktionstag, initiiert von der Stiftung Lesen und DIE ZEIT, gemeinsam mit dem Hauptpartner Deutsche Bahn, folgt der Idee: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Datum anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen.

    Am bundesweiten Vorlesetag führt die Deutsche Bahn zahlreiche Vorlese-Aktionen durch. Die Höhepunkte bilden ein Vorlese-Kinderfest im DB-Museum Nürnberg mit vielen Prominenten, darunter Bastian Sick, ChrisTine Urspruch und Thomas Sonnenburg, sowie eine S-Bahn-Lesung in Hamburg. Mehr als 200 DB-Mitarbeiter lesen bundesweit in Kindereinrichtungen sowie an besonderen Bahn-Orten vor.

    Redakteure und Mitarbeiter der ZEIT beteiligen sich mit einem Vorlese-Vormittag im Hamburger Literaturhaus am bundesweiten Vorlesetag.

    Unterstützt wird die Initiative von:

    ACADEMIA-PRESS/STUDENTEN-PRESSE Internationale Presseauslieferungs GmbH, Borromäusverein e. V., Bulls Press, Deutscher Bibliotheksverband e. V., Evangelisches Literaturportal e. V., Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG, NDR Info, NDR Kultur, Sankt Michaelsbund, Škoda Auto Deutschland GmbH, Studienkreis und SPIESSER.

    Weitere Informationen zur Studie sowie zum bundesweiten Vorlesetag sind im Internet zu finden:

    Die Vorlesestudie: www.Stiftunglesen.de/Vorlesestudie

    Der bundesweite Vorlesetag: www.vorlesetag.de

    Herausgeber: Deutsche Bahn AG
    Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, Deutschland
    Verantwortlich für den Inhalt:
    Leiter Kommunikation Oliver Schumacher

  • Thema von AndyOSW im Forum Hilfe und Anmerkungen...

    Heute mal ein Tipp außer der Reihe:

    Wenn man - wie in anderen Foren üblich - die zuletzt erstellten Beiträge sehen möchte, findet diese Funktion nicht sofort.

    Sie ist im Profilfenster versteckt, das sich öffnet, wenn Sie mit der Maus über Ihrem Benutzernamen verweilen. Als vorletzte Zeile sehen Sie dort den Menüpunkt "Letzte Beiträge".

    Dieser Punkt bezieht sich mitnichten auf Ihre letzten Beiträge, sondern auf die oben erwähnten zuletzt erstellten Forenbeiträger aller Forenmitglieder.

  • BILDblog: Den Bock zum Gärtner gemachtDatum11.11.2010 17:58

    BILDblog: Urahnungslos

    Seit Tagen kämpfen "Bild" und Bild.de gegen den angeblichen Verfall der deutschen Sprache. Dabei übersehen die Redakteure, dass die Gefahr nicht nur von englischen Fremdwörtern und in ihren Landessprachen parlierenden Migrantenfamilien ausgeht, sondern auch von Leuten, die mit deutschen Vokabeln nicht vernünftig umgehen können. Also zum Beispiel von ihnen selbst:

    Es ist jedenfalls biologisch äußerst unwahrscheinlich, dass die Ur-Ahnen eines vor 189 Jahren verstorbenen Mannes heute noch "geschockt" sein können. Sie dürften vielmehr längst zu Staub zerfallen sein.

    Mit Dank an Thomas B. und Fr.-Jo. K.

    Nachtrag, 11. November: Mehrere unserer Leser weisen darauf hin, dass das Partizip Perfekt von "schockieren" eigentlich "schockiert" lautet. "Geschockt" ist ein Anglizismus.

    Und außerdem müsste es natürlich "Makaberes England" heißen.

  • BILDblog: Den Bock zum Gärtner gemachtDatum08.11.2010 15:58

    Und noch ein Nachschlag aus der BILDblog-Redaktion:

    BILDblog: Bullshit

    Seit Samstag unterstützt "Bild" die interessierten Laien vom "Verein Deutsche Sprache" bei ihrem Vorhaben, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern (BILDblog berichtete).

    Auch heute, da sich der "1. Minister" (und gefühlt 42. Politiker) der Forderung anschließt, wettert "Bild" wieder gegen das sogenannte "Denglisch", das unter anderem bei Berufsbezeichnungen um sich greife:




    Nun ist es nicht so, dass es diese Berufsbezeichnungen auch tatsächlich alle gäbe: Beim "Environment Improvement Technician" handelt es sich – obwohl viele deutsche Medien das nicht zu ahnen scheinen – nicht um eine Putzfrau, sondern um einen Scherz. Auch für "Nourishment Production Assistant", "Master of Welcome" oder "Media Distribution Officer" finden sich keinerlei Stellenausschreibungen, nur verschiedene Listen mit (angeblichen) albernen Berufsbezeichnungen.

    Unklar ist aber auch, warum "Bild" unbedingt den Deutschen Bundestag mit dem Thema behelligen will und nicht erst mal vor der eigenen Haustür kehrt. Folgende Berufsbezeichnungen sind jedenfalls willkürlich aus der Liste "Jobs & Karriere" der Axel Springer AG entnommen:



    Mit Dank an Karsten L., Stephan K. und Flo M.

  • BILDblog: Den Bock zum Gärtner gemachtDatum08.11.2010 15:52

    Eine lesenswerte Reaktion auf die "Bild"-Aktion stammt von Anatol Stefanowitsch in seinem Sprachlog-Beitrag "Die vielstimmige Gesellschaft und ihre Feinde".

    Ich erspare mir diesmal das Zitieren, denn ebenso lesenswert sind die verschiedenen Kommentare dazu. Unter den Kommentatoren ist übrigens auch Herr Peter Ambros, VDS-Forenadministrator.

  • BILDblog: Den Bock zum Gärtner gemachtDatum07.11.2010 12:49
    Thema von AndyOSW im Forum Aktivitäten zur Sprach...

    BILDblog: Den Bock zum Gärtner gemacht

    Der "Verein Deutsche Sprache" des Wirtschaftswissenschaftlers Walter Krämer fordert seit Jahren, die deutsche Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen

    Samstag schloss sich "Bild" dieser Forderung an, genauer: "Bild"-Leser können diese Forderung unterstützen, indem sie ein vorgefertigtes Formular ausdrucken und an den Verein senden.

    Mit vielen, vielen Ausrufezeichen fordert das Anschreiben (Word-Dokument), der "Misshandlung unserer Muttersprache" Einhalt zu gebieten. "Misshandelt" werde "unsere Muttersprache" demnach zum Beispiel durch Begriffe, die aus dem Englischen übernommen wurden.

    Aber irgendwie nicht alle:



    Mit Dank an Leopold B. und René W.

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