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  • Präposition unterschiedlicher RektionDatum12.01.2012 21:54

    Aus dem Bauche heraus würde ich die zweite Variante vorziehen, da sie mir die korrekte Deklination zu enthalten scheint. Die erste Variante sieht mir sehr nach Umgangssprache aus. Ist aber nur meine laienhafte Einschätzung - ich übergebe wie immer an die Fachkräfte.

    Grüße - Andy

  • Thema von AndyOSW im Forum F r e i s t i l

    ... wünsche ich allen Teilnehmern und Mitlesern!

    Andy

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    Tagesspiegel: Sprachtest darf Zusammenführung von Familien nicht verhindern

    vom 02.08.2011 08:42 Uhr

    "Sprachtest darf Zusammenführung von Familien nicht verhindern"

    Die EU-Kommission hält Sprachtests für rechtswidrig, wenn sie wie in Deutschland zur Voraussetzung für die Einreise von Familienangehörigen gemacht werden. Eine Afghanin hat in Niederlanden jetzt Recht bekommen.

    Berlin - In einer Stellungnahme der Kommission vom Mai dieses Jahres, die dem Tagesspiegel vorliegt, heißt es, sie dürften nicht als „Bedingung“ verstanden werden, von der „ das Recht auf Familienzusammenführung selbst abhängig ist“. Dieses Recht ist auf europäischer Ebene durch die „Richtlinie über das Recht auf Familienzusammenführung“ vom September 2003 garantiert.

    Brüssel nahm in dem Schreiben vom 4. Mai 2011 an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg Stellung zu einem konkreten Fall in den Niederlanden. Die dortigen Behörden hatten einer Afghanin, Mutter von acht Kindern, die Einreise verweigert. Dabei hatte sie einen festen Wohnsitz, ein festes Einkommen und gefährdete die „öffentliche Sicherheit im Land“ nachweislich nicht.

    Sie konnte aber nicht nachweisen, Niederländisch zu sprechen und Grundkenntnisse der Gesellschaftsordnung der Niederlande zu haben – was auch dort als Integrationsbeweis vorgeschrieben ist. Ihr Ehemann und die teils minderjährigen Kinder lebten bereits rechtmäßig in Holland. Für die Kinder war ein Vormund eingesetzt worden; nach einem Gutachten des niederländischen Kinderschutzbundes war die Entwicklung der Kinder und ihre Integration in der neuen Heimat unter anderem dadurch ernsthaft behindert, dass die Mutter fehlte.

    Ist die deutsche Regelung EU-konform?

    Die Stellungnahme der Kommission ging an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg, der vom zuständigen niederländischen Gericht um Auskunft gebeten worden war. Das Fazit der Brüsseler Juristen: Kein Mitgliedsstaat dürfe einem rechtmäßig dort lebenden Ausländer nur deshalb die Einreise seiner Kinder oder der Ehepartnerin verweigern, weil sie nicht schon im Ausland entsprechende Eingliederungsprüfungen bestanden haben. „Andere Faktoren sind in dieser Angelegenheit nicht relevant“, heißt es im Schreiben der Kommmissionsjuristen. Auch „die theoretische Möglichkeit, das Familienleben eventuell in einem Drittland zu organisieren oder die Rechte des Kindes dort umzusetzen, tut in diesem Falle nichts zur Sache“, heißt es im Schreiben der bevollmächtigten Juristen der Kommission. Dies würde nämlich „zu einer Untergrabung dieser Rechte innerhalb der Union führen“.

    Das würde bedeuten, dass auch die deutsche Regelung nicht EU-regelkonform ist. In Deutschland müssen nachziehende Familienangehörige aus dem Nicht-EU-Ausland seit Herbst 2007 Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen können, bevor sie einreisen – es sei denn, sie sind US-Bürger, Australier, Schweizer, Japaner oder Koreaner. Begründet wurde diese Veränderung im Zuwanderungsrecht damit, dass so Zwangsehen verhindert und die Integration der Neuankömmlinge leichter würde. Unmittelbare Folge der Änderung war, dass bereits im ersten Halbjahr danach allein die Zahl der Visa für nachreisende Ehepartner um ein Viertel schrumpfte. Die Regelung trifft dabei nicht nur als „Importbräute“ verdächtigte anatolische Ehefrauen, sondern auch Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion mit deutschem Pass. Ihre Anwälte wissen von Fällen älterer Männer, die sich zur Entscheidung zwischen einem Leben in Deutschland und der 70-jährigen kasachischen Ehefrau gezwungen sehen, die sich nicht mehr in der Lage sieht, Deutsch zu lernen.

    Die Auffassung deutscher Kritiker, dass derart Grundgesetzartikel sechs verletzt werde, der Ehe und Familie unter den besonderen Schutz des Staates stellt, teilen die Fachleute der EU-Kommission für die europäische Ebene. Sie verweisen auf die EU-Grundrechtscharta und die dort verbrieften Rechte der Kinder auf beide Eltern. Insofern müssten Forderungen, die dem entgegenstünden – etwa die nach Sprachkenntnissen – „restriktiv ausgelegt werden“. Und: „Dabei müssen in jedem Falle die Grundrechte geachtet werden.“

    Dass der Fall der Afghanin, um den die die Brüsseler Stellungnahme vom Mai kreist, bisher noch keine Auswirkungen auf die EU-Nachbarländer hat, dürfte einen einfachen Grund haben. Ihr Fall ist inzwischen entschieden – zu ihren Gunsten und denen ihrer Familie. Nach Rückfrage beim Europäischen Gerichtshof gaben die Richter ihr recht. Mit dem Nebeneffekt, dass es keinen Präzedenzfall gibt, der auch die europäischen Nachbarn zu Konsequenzen zwingen würde.

    Andrea Dernbach

  • Deutsche FilmeDatum07.10.2011 14:32
    Foren-Beitrag von AndyOSW im Thema Deutsche Filme

    Diese Wahrnehmung habe ich auch, aber vielleicht hilft folgendes: Die Filme kommen zu uns über große Verleihfirmen, die natürlich Geld erwirtschaften müssen. Also wählen sie die Filme aus, die hier Erfolg versprechen. Das sind eben für uns "westliche" Rezipienten die uns schon seit Jahrzehnten bekannten amerikanischen Filmproduktionen. Die deutschen Filme haben hier auch ihr Publikum, man nehme nur "Lola rennt", "Keinohrhasen" und dergleichen. Ab und zu schwappt mal etwas französischen hierher und das war es dann. In kleinen Nischenkinos kann man auch unbekanntere Filme sehen, die dann natürlich nicht so kommerziell erfolgreich sind wie die in den großen Kinos.

    Umgekehrt wird auch ein Schuh draus: Deutsche Filme brauchen, um in den USA erfolgreich zu sein, ein US-amerikanisches Publikum. Wenn das auf Grund der Machart (Produzentenfilm kontra Autorenfilm), des Themas bzw. wegen der Unbekanntheit der Akteure/Regisseure/Produzenten nicht gegeben ist, wird das dort auch nichts.

    Noch etwas: Die schiere Menge an Filmproduktionen aus den USA. Es wurden beispielsweise 2005 in den USA 699 Filme produziert (Quelle; Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/US-amerikan...m#New_Hollywood). Das wären pro Woche etwa 13 Filme. Da können wir mit unseren zwei großen Studios nicht mithalten.

    Nichtsdestoweniger gibt es sehr sehenswerte deutsche Produktionen, wie es neben den üblichen US-Blockbustern auch sehenswerte amerikanische Produktionen gibt.

  • Interview in der Berliner Zeitung Online mit Prof. Heike Wiese, Germanistik-Professorin an der Uni Potsdam:

    Heike Wiese, 45, ist Germanistik-Professorin an der Universität Potsdam. Die Sprachwissenschaftlerin, die in Kreuzberg lebt, forscht über die Jugendsprache in multiethnischen Innenstadtbezirken. Sie sagt, in Berlin entstehe gerade ein neuer Dialekt - das Kiezdeutsch.

    Frau Professor Wiese, was heißt: "Machst Du rote Ampel."

    Der Satz stammt aus einer unserer Studien. Dort hatte ihn ein Jugendlicher gesagt, der seinen Freund davor warnte, bei Rot über die Straße zu gehen. Das nenne ich Kiezdeutsch.

    Was ist Kiezdeutsch für eine Sprache? Ein Jugendslang, der in Berliner Innenstadtbezirken gesprochen wird?

    Nein, kiezdeutsch wird nicht nur in Berlin gesprochen, sondern generell in mehrsprachigen Wohngebieten in deutschen Städten. Kiezdeutsch könnte man als neuen deutschen Dialekt bezeichnen, mit dialektalen Eigenarten in Aussprache, Wortschatz, Grammatik. "Ich" wird zum Beispiel häufig zum "isch" wie in "Isch geh jetzt Viktoriapark".

    Gleichzeitig wird der Wortschatz erweitert, und zwar nicht nur mit Worten aus dem Englischen. Ein Satz wird dann mit "wallah" im Sinne von "echt" abgeschlossen. Das kommt aus dem Arabischen und heißt wörtlich "bei Allah", so wie wir "Gott sei dank" sagen. Oder "lan", das kommt aus dem Türkischen und bedeutet "Kerl". In der Jugendsprache heißt das dann: "Komm mal her, lan!" Aber natürlich auch "Komm mal her, Alter!"

    Wer spricht kiezdeutsch?

    Es ist keine Mischung aus Deutsch und Türkisch. Oder Deutsch und Arabisch. Jugendliche unterschiedlicher Herkunft sprechen das untereinander im gemeinsamen Alltag.

    Wieso sprechen auch Jugendliche, die ausschließlich Deutsch als Muttersprache haben, diesen seltsamen Dialekt?

    Diese Jugendlichen leben in mehrsprachigen Wohngebieten, haben dort Freunde. Ich denke nicht, dass türkischstämmige Jugendliche mit Kiezdeutsch angefangen und andere das nachgemacht haben. Das war von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt. Fast alle Jugendlichen, die Kiezdeutsch sprechen, sind in Deutschland geboren.

    Sie sprechen mit ihren Eltern vielleicht noch zusätzlich türkisch, kurdisch oder arabisch oder eben deutsch. Mehrsprachige Jugendliche sind offener für Sprachspielereien und sprachliche Veränderungen, deshalb ist Kiezdeutsch so etwas wie ein Turbo-Dialekt, in dem grammatisch besonders viel passiert. Aber dieser neue Dialekt ist fest im Deutschen verankert.

    Aber dieser neue Dialekt setzt sich über die grammatischen Grundregeln der deutschen Sprache hinweg. Für viele steht Kiezdeutsch vor allem für Sprachverfall.

    Nein, unsere Sprache verfällt nicht, wenn in ihr ein neuer Dialekt entsteht, Das Spektrum des Deutschen wird reicher. Kiezdeutsch hat eine eigene Dialektgrammatik wie andere Dialekte auch, mit grammatischen Regeln. So, wie sie zum Beispiel im traditionellen Berliner Dialekt "meiner Mutter ihr Hut" sagen können, aber nicht "meiner Mutter sein Hut", so können sie zum Beispiel in Kiezdeutsch sagen "Danach ich treff mich mit Sarah.", aber nicht "Ich danach treff mich mit Sarah."

    Wird eine Sprache nicht ärmer, wenn man die Artikel oder anderes weglässt, oder?

    Es stimmt, dass in Kiezdeutsch manchmal kein Artikel steht, wo wir im Standardschriftdeutschen einen verwenden würden. Aber in unserer Umgangssprache lassen wir auch häufig die Artikel weg. "Sie müssen Alexanderplatz umsteigen", sagen wir dann.

    Oder wir verkürzen den Artikel und sagen, "hast du ’n Handy dabei?" Da ist der Artikel auch kaum noch zu hören. Und auch das sogenannte "Hochdeutsch" ist nur eine Variante, und grammatisch nicht "besser" als Dialekte wie Berlinisch oder Kiezdeutsch. Solche Dialekte und ihre Sprecher werden aber oft negativ bewertet.

    Wie meinen Sie das?

    Schon vor knapp 30 Jahren wurde von der Freien Universität die Einstellung der West-Berliner zum Berlinischen untersucht. Da fielen dann so Begriffe wie "Putzfrauen-Sprache" oder "schnodderig". Das wurde als Sprache der Unterschicht verstanden.

    In Ost-Berlin war das sicher anders.

    Mag sein. Generell ist in Deutschland das Standarddeutsch - also die Schul- und Schriftsprache - sehr nah am Sprachgebrauch der Mittelschicht. Ein anderer Sprachcode wird dann nicht als eigener Dialekt wahrgenommen, sondern gilt schlicht als falsch. Das ist aber eine soziale Bewertung.

    In Berlin gibt es generell das Problem, dass jeder fünfte Neuntklässler Schwierigkeiten hat, deutsche Texte lesend zu erfassen.

    Wie erfolgreich ein Schüler ist, wird aber nicht davon beeinflusst, ob er im Freundeskreis auch noch Kiezdeutsch spricht. Niemand spricht nur Kiezdeutsch, sondern beherrscht außerdem auch noch andere sprachliche Stile und Varianten - so wie Sie und ich ja jetzt auch anders sprechen als abends beim Bier mit Freunden.

    Eine Kreuzberger Lehrerin sagte vor kurzem zu mir: "Manche unserer Schüler sind hervorragend im schriftlichen Ausdruck, andere müssen noch viel lernen. Aber Kiezdeutsch sprechen sie alle." Wir haben viele Anfragen von Lehrern, die sich intensiver mit Kiezdeutsch beschäftigen wollen.

    Wird Kiezdeutsch auch aus einer Protesthaltung heraus gesprochen? Will man sich abgrenzen?


    Nein, man will eher zu einer Gruppe von Gleichaltrigen dazugehören. Und natürlich grenzen sich die Jüngeren von den Älteren ab, in dem sie Jugendslang sprechen.

    "Isch mach dich Messer" heißt es im Kiezdeutschen. Wird da nicht ein Gangster-Gehabe auch noch sprachlich artikuliert?

    In jedem Dialekt können Sie drohen. Wenn man im Berlinischen sagt "Ick stech da ab", oder wenn ein Bayer sagt, "Schleich di, du Saupreiß, sonst fangst oane", dann ist das auch nicht netter. Bei Kiezdeutsch denken aber viele nur an solche Inhalte, die mit Gewalt und Bedrohung zu tun haben. Das hat mit dem Dialekt nichts zu tun, sondern mit den Einstellungen gegenüber den Sprechern und den Erwartungen, die wir von ihnen haben.

    Wie flirtet man auf Kiezdeutsch?

    So wie in anderen Dialekten auch. Selbst die Bayern können doch nicht nur "Saupreiß" schreien.

    Sie haben auch untersucht, ob in Hellersdorf auch eine Form von Kiezdeutsch gesprochen wird.

    Hellersdorf haben wir ausgesucht, um zu sehen, inwieweit sich Jugendsprache in Wohnvierteln mit hohem und niedrigem Migrantenanteil unterscheidet. In Hellersdorf wird eher der traditionelle Berliner Dialekt gesprochen.

    Wie sind Sie überhaupt auf dieses Kiezdeutsch aufmerksam geworden?

    Ich bin vor ein paar Jahren im M29er Bus die Glogauer Straße in Kreuzberg lang gefahren. Da habe ich Jugendliche gehört, die offenbar gerade Schulschluss hatten. Die riefen sich was zu. Als Sprachwissenschaftlerin fand ich das sehr interessant, weil da ganz neue Satzkonstruktionen verwendet wurden.

    Wird Kiezdeutsch in den Innenstadtbezirken in der Zukunft das Berlinische überlagern?

    Ich könnte mir vorstellen, dass es sich weiter verbreitet. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit mehreren Sprachen aufwachsen, nimmt zu. Ob es allerdings den Status einer Jugendsprache verliert und dann auch im höheren Alter gesprochen wird, kann ich nicht abschätzen.

    -------------------------------------

    Flotte Sprüche:

    Musstu Du hier anhalten.

    Die hübschesten Frauen kommen von den Schweden. Isch meine so blond so. ("So" vor und nach dem Schlüsselwort)

    Und da stand und hat mir seine Hand gegeben. Wallah. (Wallah kommt aus dem Arabischen und heißt echt)

    Eye, rockst Du, lan. (lan kommt aus dem Türkischen und heißt Kerl)

    Gibs auch ne Abkürzung? (Gibt es wird zu gibs zusammengezogen)

    Isch mach Dich Urban. (Androhung von körperlicher Gewalt, die in der Folge einen Aufenthalt im Kreuzberger Urban-Krankenhaus nötig machen könnte)

    Wir sind jetzt neues Thema.

    Morgen ich geh Kino. (Satzstellung von Worten verschoben)

    Früher war er so wie uns. (Uns statt wir)

    Ja, ich aus Wedding. (Das so genannte Kopulaverb bin fällt weg)


    Das Gespräch führte Martin Klesmann. | Berliner Zeitung, 13.09.2011

  • Etwas Französisches ? RenueèDatum29.08.2011 16:34
    Foren-Beitrag von AndyOSW im Thema Etwas Französisches ? Renueè

    Warum sollte es nicht richtig sein? Wenn die Franzosen es selbst so schreiben:

    http://www.beaute-test.com/renuee_eternelle.php



    Und bei Eigennamen / Markennamen ist sowieso alles erlaubt.

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    http://www.duden.de/presse/unsere-woerter-des-jahrzehnts



    Zum Duden-Gedenkjahr gibt es die frischsten Wörter der letzten 10 Jahre in einem eigenen Wörterbuch.

    Vor 100 Jahren, am 1. August 1911, starb Konrad Duden — der Schöpfer des ersten, deutschlandweit gültigen orthografischen Wörterbuches.

    Seit dem „Urduden“, der 1880 erschien, sind viele neue Wörter in den heute bekannten gelben Rechtschreibduden aufgenommen worden, andere sind daraus wieder verschwunden. So spiegelt jede Dudenauflage die Sprache und den Geist ihrer Zeit wider.

    Anlässlich des Gedenkjahres zu Konrad Dudens 100. Todestag hat die Dudenredaktion Wörter unserer heutigen Zeit in einem eigenen Wörterbuch zusammengestellt. In dem Band „Unsere Wörter des Jahrzehnts. 2000 bis 2010 - Von Abfrühstücken bis Zwischenparken“ sind all die zeittypischen Wörter versammelt, die in den letzten 10 Jahren neu in Dudenauflagen aufgenommen worden sind.

    Wörter spiegeln den Zeitgeist wider
    Mit Infokästen hilft das Buch auch historisch auf die Sprünge, zum Beispiel bei der Geschichte des Ampelmännchens:
    Es kam ursprünglich aus der DDR, sollte im Zuge der europaweiten Vereinheit-lichung abgeschafft werden, doch deutschlandweit halfen Fanklubs, es zu retten. Heute ist es ein erfolgreich vermarktetes Kultsymbol.
    Weitere Beispiele: Im Jahr 2000 wurde in Hamburg die erste Babyklappe in Deutschland eingerichtet. Die erste Castingshow in Deutschland war die Sendung „Popstars“ und startete im Jahr 2000. Seit 2001 können homosexuelle Paare in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.

    Auch das jeweilige „Unwort“ und das „Wort des Jahres“ von 2000 bis 2010 wird in dem Band aufgeführt. Das handliche, schöne Buch ist mehr als ein Wörterbuch von A bis Z — es lädt wie ein Lesebuch zum Schmökern und Schmunzeln ein und sorgt für so manches Aha-Erlebnis.

    Duden – Unsere Wörter des Jahrzehnts 2000 bis 2010 – Von Abfrühstücken bis Zwischenparken 80 Seiten Broschiert 10 x 16 cm ISBN 978-3-411-70106-3 Ladenpreis ca. 5 € (D); 5,20 € (A) Erscheinungstermin: Juli 2011

    Dieser Pressetext steht Ihnen zusammen mit der Produktabbildung zum Herunterladen zur Verfügung:

    Download: Pressetext und Cover Wörter des Jahrzehnts

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    Spiegel ONLINE: Verschwurbeltes Hochschuldeutsch

    Warum Wissenschaftler ihre Leser quälen

    Sie fürchten ihre Kollegen und flüchten sich in Kauderwelsch: Deutsche Wissenschaftler trauen sich viel zu selten, klar zu schreiben. Oft verklausulieren sie selbst banalste Gedanken. Ein Fehler, meint der Schreibtrainer Markus Reiter - und zeigt, wie es anders gehen könnte.

    Sie müssen jetzt leider, liebe Leser, einen Augenblick tapfer sein und die folgenden beiden Sätze aufmerksam und langsam lesen:

    "Alle genannten, am Konzept des Auslegers orientierten Formen des Verständlich-Machens, haben gegenüber textoptimierenden Ansätzen einen entscheidenden Vorzug: in keinem Fall findet eine reine Substitution unter Tilgung des substituierten Elements statt. Dadurch ist für den Rezipienten stets die Möglichkeit gegeben, die Verwendungsweise des unbekannten Elements, den ausgelegten Text schließlich als solchen zu verstehen zu lernen, mithin seine Kompetenz zu erweitern."

    Alles auf Anhieb verstanden?

    Die beiden Sätze stammen aus einem Buch, das den schönen Titel "Verständlich-Machen" trägt. In ihm drückt sich das gesamte Elend der deutschen Wissenschaftspublizistik aus. Und zwar in gleich doppelter Weise. Zum einen ist das ganze Buch wie eine polnische Weihnachtsgans vollgestopft mit abstrakten Substantiven. Sätze mäandern über viele Zeilen. Komplizierte Satzkonstruktionen verschleiern selbst banale Gedanken. Kurzum: Der Leser quält sich zur Erkenntnis.

    Zum anderen findet der Autor das auch noch gut. Denn nichts anderes sagen die beiden oben zitierten Sätze aus. In einfaches Deutsch übersetzt laufen sie auf folgende Aussage hinaus: Ein Text braucht vom Autor nicht verständlich geschrieben zu werden. Vielmehr soll sich der Leser gefälligst ein bisschen anstrengen, denn dann lernt er durch die Mühe, die er damit hat, etwas dazu.

    Allgemeinverständlichkeit schadet der Karriere

    Kein Wunder, dass Deutsch als Wissenschaftssprache immer weiter an Bedeutung verliert. Selbst ausländische Forscher, die gut Deutsch sprechen, müssen in vielen Fällen vor der Prosa deutscher akademischer Autoren kapitulieren. Das hat System, sagt Teresa Löwe-Bahners, Lektorin für Sachbücher beim Stuttgarter Verlag Klett-Cotta: "Ein deutscher Wissenschaftler kann es sich kaum erlauben, populär zu schreiben, bevor er Mitte 40 ist." Universitätsakademiker in Deutschland trauten sich demnach kaum, ihre Texte an ein breiteres Publikum zu richten, solange sie keine dauerhafte Stelle an einer Universität haben, am besten eine Professur - aus Angst, dass ihnen dies schaden würde.

    In der Tat gilt es im deutschen akademischen Betrieb kaum als karrierefördernd, wenn man sich mit Büchern, die in einem Publikumsverlag erscheinen, an ein interessiertes Laienpublikum wendet. Ein Beispiel: Die Sprache gehört zu jenen Themen, für die sich viele Menschen interessieren. Dennoch gibt es keinen einzigen deutschen Linguisten, dessen Name einem interessierten Nicht-Fachmann sofort einfallen würde.

    Die meisten haben Angst, von ihren Fachkollegen schief angesehen zu werden, sobald sie ein populärwissenschaftliches Buch zum Thema veröffentlichen. Der Einzige, der versucht, linguistische Erkenntnisse populär aufzubereiten, ist Dieter E. Zimmer - ein Journalist und Autor der Wochenzeitung "Die Zeit". Anders im angelsächsischen Raum: die Amerikaner Steven Pinker, George Lakoff und Derek Bickerton, der Brite Steven Mithen, der auf Englisch schreibende Israeli Guy Deutscher und natürlich der Linguistik-Guru Noam Chomsky haben alle sehr erfolgreiche Bücher verfasst, in denen sie ihre Theorien einem breiten Publikum präsentieren.

    Britische Wissenschaftler arbeiten gerne einmal mit dem Cliffhanger

    Ähnliches gilt für die Geschichtswissenschaften. Das Fach stößt generell auf großes Interesse, das aber von Deutsch schreibenden Akademikern kaum befriedigt wird. Ihnen mangelt es meistens an der Fähigkeit, erzählerische Elemente mit der Vermittlung von Fakten zu verbinden. Geschichte also mit Geschichten zu erzählen.

    Anders die Briten. "Die haben kein Problem damit, Erzähltechniken aus der Unterhaltungsliteratur mit wissenschaftlichem Schreiben zu verbinden", meint Lektorin Löwe-Bahners. Die Autoren nutzen zum Beispiel einen Cliffhanger, um ihre Leser auf das folgende Kapitel neugierig zu machen, oder sie verbinden Anekdoten aus ihrem Leben mit wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    Deutschen Wissenschaftsautoren gilt das als Anbiederung ans Publikum. "Im angelsächsischen Raum schreibt man grundsätzlich unverkrampfter, populärer. Englische Wissenschaftler nehmen sich - bei allem Stolz auf das, was sie tun - nicht so bierernst wie ihre deutschen Kollegen", analysiert auch der Bestsellerautor Frank Schätzing, der selbst ein naturwissenschaftliches Sachbuch über die Tiefsee verfasst hat.

    Es liegt also nicht nur am Wollen. Carsten Könneker, Chefredakteur der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft", stellt sogar einen wachsenden Druck innerhalb der Wissenschaftsgemeinde fest, sich der Öffentlichkeit verständlicher zu machen. "Schließlich erhalten die Einrichtungen öffentliche Gelder und daraus entsteht die Verpflichtung, der Gesellschaft etwas zurückzugeben." Das Problem liegt ebenso beim Handwerk des Schreibens. Wer 20 Jahre lang verquastetes Wissenschaftsgeschwurbel geschrieben hat, wer sich bislang in Förderanträgen möglichst bürokratisch und hochtrabend ausdrücken musste, dem fällt es schwer, plötzlich elegant und allgemeinverständlich zu formulieren. Zumal in Deutschland die Meinung vorherrscht, Schreiben könne man nicht lernen, Schreiben sei ein gottgegebenes Talent.

    Selbst Koryphäen bereichern den Stoff mit Anekdoten

    Im englischen und amerikanischen Bildungssystem hingegen müssen die Studierenden in jedem Semester oder Trimester innerhalb von wenigen Wochen ein halbes Dutzend Essays vorlegen. Dabei geht es darum, einen klugen Gedanken interessant, stringent und verständlich zu entwickeln. Auf diese Weise wird schon den Erstsemestern einsichtig, dass es wichtig und keinesfalls ehrenrührig ist, sich an ein Laienpublikum zu wenden und sich populär auszudrücken.

    Zumal sich selbst die Koryphäen eines Faches nicht scheuen, in ihren einführenden Lehrbüchern mit Beispielen und Anekdoten zu arbeiten. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman erzählt in seiner Einführung in die Volkswirtschaftslehre (zusammen mit Robin Wells) kleine Geschichten aus dem Alltag, um den schwierigen Stoff anschaulich zu machen.

    Der amerikanische Neurobiologe Richard F. Thompson macht in seinem Lehrbuch zum "Gehirn" die Struktur der Nervenzelle anschaulich: "Die Dendriten - also alle Fasern, die von der Nervenzelle ausgehen, mit Ausnahme des Axons - stellt man sich am besten als dünne Ausstülpungen des Zellkörpers vor. Die Dendriten verleihen der Nervenzelle ihre charakteristische Gestalt. Ihre Zahl und Größe pro Zelle kann von einigen wenigen und kurzen Nervenfasern bis zu einer riesigen Menge von Fortsätzen reichen, die das Neuron wie einen Baum aussehen lassen."

    Der britische Althistoriker Robin Lane Fox verfasste eine wissenschaftlich mehrfach ausgezeichnete Biografie Alexanders des Großen, die am Ende sogar von Oliver Stone in Hollywood verfilmt wurde - mit Lane Fox als wissenschaftlichem Berater. "Im sogenannten wissenschaftlichen Schreiben in Deutschland hingegen wird den Autoren die Anti-Anschaulichkeit geradezu eingetrichtert", befindet Klett-Cotta-Lektorin Löwe-Bahners.

    Dabei wäre der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft dringend notwendig. "Bildung ist heute wichtiger denn je, und vermitteln können wir Bildung nur, indem Fachleute ihre Elfenbeintürme verlassen und mit der breiten Öffentlichkeit kommunizieren lernen", bilanziert Bestsellerautor Schätzing.

  • Thema von AndyOSW im Forum Deutsch in Medien und...

    Berliner Zeitung: E10-Einführung ging auch sprachlich daneben

    Mannheim - Der Start des neuen Super-Kraftstoffes E10 ist auch aus sprachwissenschaftlicher Sicht gründlich missglückt.

    So seien die Schlüsselbegriffe bei der Einführung der Spritsorte sehr unglücklich gewählt und hätten zur Verunsicherung der Verbraucher maßgeblich beigetragen, sagte der Direktor des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache (IDS), Prof. Ludwig Eichinger, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

    Vor allem der offizielle Begriff «E10-Verträglichkeit» sei ein gutes Beispiel für den großen Einfluss der Sprache - die Automobilindustrie hatte ihrer Liste mit Autos, die E10 tanken dürfen, den Titel «E10-Verträglichkeit» gegeben. «Verträglichkeit klingt natürlich nach großer Vorsicht und ist daher auch nicht geeignet, die Sorgen der Nutzer zu zerstreuen - wenn sie denn begründet sind», sagte Eichinger, dem neutralere Alternativen einfallen. «Da wäre so etwas wie "E10-Eignung" oder Ähnliches zweifellos eine positivere Variante gewesen.»

    Dem Wissenschaftler zufolge schwingt bei «E10-Verträglichkeit» immer mit, dass der Kraftstoff eben auch unverträglich sein kann und damit ein Potenzial für Schäden hat. Die offizielle Bezeichnung sei somit geradezu geeignet, Misstrauen hervorzurufen und Skepsis zu bestätigen. «Denn bei "E10-Verträglichkeit" hat der Konsument natürlich sofort die Idee: "Die formulieren so vorsichtig wie sie nur können, weil sie selber auch nicht genau wissen, wie es ist», sagte Eichinger. «Es klingt nach einer Juristenformulierung.»

    Zur Verunsicherung mag beitragen, dass bei den Autos mit und ohne E10-Eignung wenig Systematik erkennbar ist. Je nach Modell sind auf der Liste einige Baujahre ausgenommen oder aber bestimmte Motoren, die dann in anderen Generationen wieder als verträglich gelten. Auch die jüngsten Beteuerungen der Autohersteller, die Liste sei «verbindlich» und die Autofahrer könnten «sich darauf verlassen», änderte wenig an der Tatsache, dass E10 Ladenhüter ist und bleibt.

    Eichinger kritisiert auch den Produktnamen E10, der für die zehn Prozent Ethanol-Anteil steht. «Ich glaube nicht, dass vielen klar ist, wofür Buchstabe und Zahl stehen.» So werde dann gerätselt. «Und das ist ein echtes Problem, weil wir das E mit Nummern dran beispielsweise als Bezeichnung für Zusatzstoffe im Essen kennen.»

    Die Abkürzung sei zu inhaltsleer und knüpfe an nichts Bekanntes an. «Ethanol ist ein hochgradiges Fachwort, das man zwar kennt, aber sicher nicht unmittelbar mit dem Buchstabenkürzel in Verbindung bringt», sagt der 60-Jährige, der das IDS seit 2002 leitet.

    Sprachwissenschaftliche Tipps hat Eichinger parat: «Man hätte eine Benennung suchen sollen, die irgendwie in die üblichen Reihen passt und sich an Bekanntes anlehnt. Etwa, indem man den neuen Sprit marketingtechnisch ausschließlich Super-Ethanol nennt. Damit hätte man gewiss eine größere positive Stimmung schaffen können.»

    Auch bei der Umschreibung als Bio-Kraftstoff oder Bio-Super sieht der Experte Probleme: «Die jetzige Diskussion, wie "bio" das wirklich ist, hängt sicherlich auch damit zusammen.» Sein Vorschlag für die Beschriftung der Zapfsäulen: «Ich hätte es Super-Ethanol genannt und druntergeschrieben, dass es zehn Prozent Ethanol-Anteil hat.»

    dpa

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    ZEIT Online: Lol-Speak wird offizielles Englisch

    Das Oxford English Dictionary, der Wächter der englischen Sprache, hat die im Netz üblichen Abkürzungen Lol und OMG aufgenommen. Sie seien allgemein verständlich.

    Das Oxford English Dictionary (OED) bezeichnet sich selbst als "definitive record oft the English language", als das Standardwerk also. Es gilt als Wächter der englischen Sprache, nur Wörter und Ausdrücke, die in ihm aufgeführt sind, gelten gemeinhin als offiziell. Und nur Wörter, die sich über Jahre im allgemeinen Sprachgebrauch bewährt haben, werden aufgenommen.

    Insofern kann das, was gerade geschah, als Zeichen gelten, dass das Internet in der Wahrnehmung der Gesellschaft ankommt: Unter den rund 600.000 Einträgen des Wörterbuches finden sich künftig auch die Initialwörter Lol (laughing out loud) und OMG (oh my god). Sie seien eng mit der elektronischen Kommunikation verknüpft und hätten ihren Weg in gedruckte Medien und in die gesprochene Sprache gefunden, schreibt der Redaktionsleiter des OED, Graeme Diamond, im offiziellen Blog.

    Noch eine erstaunliche Neuerung gibt es. Zum ersten Mal fand ein Ausdruck, der sein Leben auf T-Shirts und Aufklebern begann, Eingang ins OED, das Herz nämlich, wenn es verwendet wird als Wortersatz im Sinne von etwas mögen. Wie in "I (heart) NY", in elektronischer Kommunikation – noch nicht aber im OED – gern dargestellt als seitlich liegendes Herz: <3.

    Die Entscheidung ist gut begründet, ist das Herz nach Angaben der Lexikografen doch schon "seit dem 12. Jahrhundert das Symbol für Liebe und Zuneigung".

    Der Werdegang des Lol ist da deutlich kürzer. In seiner jetzigen Bedeutung wurde es zum ersten Mal offiziell im Juni 1990 in einer Newsgroup im Usenet gesichtet. Der Durchbruch gelang dem Ausdruck allerdings erst in den letzten zehn Jahren mit dem Aufstieg von Handys und Chatprogrammen.

    Für Sprachpuristen ist das noch lange kein Grund, im OED zu stehen. Nur jugendlicher Slang, nicht allgemein gebräuchlich, sagen die einen. Nichts als eine Abkürzung, argumentieren die anderen.

    Dem OED aber genügen andere Kriterien. Um aufgenommen zu werden, muss ein Wort gebräuchlich sein und von der Allgemeinheit verstanden werden. Außerdem muss es schon eine Weile existieren. Die minimale Lebensspanne, die nötig sei, seien ungefähr fünf Jahre, sagte Diamond in einem Interview mit dem Onlinemagazin Slate. "Ein Wort sollte schon ein bisschen gelebt haben, bevor wir seine Biografie aufzeichnen."

    Und gelebt hat beispielsweise das Lol reichlich. Wer virtuell "lollt", sitzt bekanntlich eher selten laut lachend vor dem Bildschirm. Die Leistung des Begriffs besteht vielmehr darin, dass es uns zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten gibt. Und darin ist es erstaunlich vielseitig. Es erlaubt, sowohl allgemeine Heiterkeit zu vermitteln (lol!), als auch Verwunderung (lol?) oder Ironie (lol ey....). Und es dient in virtuellen Unterhaltungen gleichzeitig als sogenannte Interjektion, ähnlich einem "hm" oder "ok".

    Die Komplexität des Wortes wurde auch vom OED anerkannt. Initialwörter – Worte also, die wie laughing out loud aus ihren Initialen zusammengesetzt sind, wie Lol und OMG seien mehr als bloße Abkürzungen. Sie würden vielmehr "mit der Absicht verwendet, eine zwanglose, geschwätzige Ausdrucksweise zu signalisieren und möglicherweise auch unbedachten Enthusiasmus oder Übertreibung zu parodieren", heißt es in der offiziellen Erklärung.

    Im Netz hat es der Ausdruck längst zu eigenen Memen gebracht, das heißt zu eigenständigen populären Begriffen oder Konzepten, den Lol-cats und der Lol-speak. In den deutschen Duden hat er es auch schon gebracht, zumindest ins Abkürzungsverzeichnis.

    Doch damit nicht genug; Lol hat sich längst von Foren, Chatrooms und Kurznachrichten emanzipiert. Für manche mag es befremdlich wirken, aber der Begriff findet gerade bei Jüngeren inzwischen den Weg in Gespräche, meistens ironisierend. Für Einige ist Lol gar Ausdruck einer Gefühlsregung, die sich nur noch umständlich mit anderen Worten beschreiben lässt.

    Laut sprachwissenschaftlicher Studien nimmt der Gebrauch von Lol in Textnachrichten mit dem Alter ab. Doch die steigende Popularität des Ausdrucks könnte in einigen Jahrzehnten dazu führen, dass er ebenso allgemein gebräuchlich sein wird wie beispielsweise "cool". Auch dieses Wort musste in seiner jetzigen Form erst von allen Gesellschaftsschichten akzeptiert werden. Und auch dieses Wort war kein Zeichen sprachlicher Verrohung, sondern normalen Sprachwandels. Und eben den will das Oxford-Wörterbuch dokumentieren, einmal darin aufgenommene Begriffe werden nicht mehr daraus gelöscht.

    In diesem Sinne, liebe Traditionalisten: Lol? I <3 it.

  • BildBLOG: German WalniederlageDatum28.03.2011 18:19
    Thema von AndyOSW im Forum Deutsch in Medien und...

    BildBLOG: German Walniederlage

    Heute erklärt uns Franz Josef Wagner mal, warum "wir" (also die Menschen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) eigentlich die Grünen wählen. Der Brief gehört selbst in der Rubrik "Post von Wagner" zu den spezielleren Exemplaren.

    Beginnen wir daher mit dem Offensichtlichen: Anders als Wagner behauptet, hatten die Menschen in den 1980er Jahren nicht Angst vor einem "Walsterben", sondern vor dem Waldsterben.

    Etwas komplexer ist da schon diese Passage:

    250 000 Atomkraftgegner demonstrierten in Deutschland am Wochenende, in Tokio, der 40-Millionen-Stadt, demonstrierten zur gleichen Zeit nur kümmerliche tausend.

    In unserer Luft ist nichts, unsere Luft ist rein. Vor lauter Angst gehen wir auf die Straße, vor lauter Angst wählen wir grün.


    Mal davon ab, dass die Menschen in Tokio vielleicht gerade auch noch etwas anderes zu tun haben als zu demonstrieren, haben die deutschen Atomkraftgegner ja nicht demonstriert, obwohl "unsere Luft" "rein" ist, sondern damit sie es bleibt: Ihr Ziel ist die Abschaltung deutscher Atomkraftwerke.

    Und dann ist da noch der Aufhänger von Wagners Text, die "German Angst":

    Liebe "German Angst",

    ich glaube, dass Du die Wahl in Baden-Württemberg mitentschieden hast. Der Begriff "German Angst" klingt zwar deutsch, kommt aber aus dem englischen Wortschatz. Es gibt nur vier deutsche Worte, die englische Umgangssprache wurden. Kindergarten, Rucksack, Weltschmerz, "German Angst".

    Oder "Schadenfreude", "Zeitgeist", "Blitzkrieg" "Leitmotif", oder, oder, oder …

    Mit Dank an Hauke H., Timon S., Martin R., Mutlu Y. und Jens W.

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    Berliner Zeitung: Film fordert Migrantenkinder auf: «Sprich mit!»

    Berlin - Ein neuer Film soll bei Migrantenkindern die Lust am Erlernen der deutschen Sprache wecken. Schauspieler wie Hannah Herzsprung, Clemens Schick und Elyas M'Barek engagieren sich für das Berliner Integrationsprojekt «Sprich mit!» und verzichteten auf ihre Gage. Die Hauptrolle in dem 45-minütigen Film spielt der elf Jahre alte Kaan Aydogdu, der gerade auf der Berlinale in der Gastarbeiterkomödie «Almanya - Willkommen in Deutschland» zu sehen war.

    Projektpatin ist die Ehefrau des türkischen Botschafters, Yildiz Grönlund-Acet. «Das ist ein wichtiges Zeichen für die türkischen Migranten», sagte die Bundesintegrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU). Der Film handelt von einem Jungen, der seinen Vater in der Berliner City verliert und hilflos ist, weil er die deutsche Sprache nicht kann. Schritt für Schritt lernt der kleine Elias von hilfsbereiten Menschen die Sprache - zum Beispiel, sich vorzustellen, die Zahlen und das Alphabet.

    «Durch die Geschichte kann man die Notwendigkeit des Spracherwerbs darstellen», erklärte Produzent Christopher Zwickler am Donnerstag. Und andere Kinder könnten sich so vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn man kein Deutsch beherrscht. Der Film ist für Schulen, Kindertagesstätten und Elternvereine gedacht.

    Einen klassischen Lehrfilm wollten Zwickler und seine Kollegin Julia Lischinski nicht drehen. Sie seien durch die Integrationsdebatte auf die Idee gekommen und hätten sich gefragt: «Was können wir für einen Beitrag leisten?» Das Konzept sei in Zusammenarbeit mit Pädagogen und Schulleitern aus Berlin-Neukölln entwickelt worden.

    Das Thema ist auch durch einen umstrittenen Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan aktuell geworden. Dieser hatte am Sonntag bei einem Auftritt in Köln gesagt: «Unsere Kinder müssen Deutsch lernen, aber sie müssen erst Türkisch lernen.» Das hatte in der Union und FDP heftige Kritik ausgelöst.

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    Welt ONLINE: Neue Forschungsergebnisse: Zweisprachige sind besser vor Alzheimer geschützt

    von Maria Braun

    Bilinguale Menschen trainieren ständig ihr Gehirn und verzögern damit den Gedächtnisverlust im Alter. Auch späteres Erlernen einer Fremdsprache hat positive Effekte.

    Als die Professorin ans Mikrofon trat und von ihren neusten Forschungsergebnissen berichtete, war sie aufgeregt und musste zwischen den Sätzen immer wieder nach Luft schnappen. Denn Ellen Bialystok hat ein Mittel gefunden, dass gegen Alzheimer hilft und es ist keine Medizin. Wer eine zweite Sprache spricht, schützt sich vor Alzheimer und spürt die ersten Symptome der Vergesslichkeit mehr als fünf Jahre später im Vergleich zu Menschen, die nur eine Sprache sprechen. „Wir konnten es zunächst nicht glauben, dass der Effekt so stark ist und haben nach der ersten Untersuchung mit 184 Testpersonen eine zweite durchgeführt“, sagt die Psychologin, die an der York University in Toronto forscht. Ihre Ergebnisse, die sie erstmals in Washington auf der Wissenschaftskonferenz der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vorstellte, sind von großer Bedeutung: Schätzungen zufolge leiden weltweit rund 24 Millionen Menschen an Demenz. In Deutschland erkrankt jeder Dritte an Demenz, meistens an Alzheimer, wenn er die durchschnittliche Lebenserwartung erreicht.

    Wer zwei Sprachen regelmäßig spricht, verbessert die Gedächtnisleistung und hält damit sein Gehirn in Schwung. So sind die Verknüpfungen im Gedächtnis bei bilingualen Menschen wesentlich komplexer. Das lässt sich so erklären: Bei der Vorstellung von zwei Rädern mit Pedalen und einem Lenker haben Menschen, die eine Sprache sprechen, nur das Wort „Fahrrad“ im Kopf. Der Bilinguale denkt auch an ein weiteres Wort, etwa „fiets“ – das ist Niederländisch für „Fahrrad“. Anstelle von nur einer Verknüpfung gibt es zwei. Jemand, der in der Schule eine Fremdsprache gelernt hat, kennt zwar auch andere Wörter für „Fahrrad“ und kann „Bike“ oder „Bicyclette“ dazu sagen. Aber meistens nur, wenn er bewusst daran denkt. „Bei jemandem, der mit zwei Sprachen aufgewachsen ist, sind immer beide Sprachen gleichzeitig aktiv“, sagt Bialystok.

    Der Gehirnbereich direkt hinter der Stirn (Präfrontaler Cortex), ist bei Bilingualen einfach besser vernetzt. Und nicht nur das: Ihre Gehirnhälften sind öfter gleichzeitig aktiv. Die Forscherin spricht von einem besseren Gehirn-Networking. Ihre Ergebnisse werden bald in der Fachzeitschrift „Neurology“ erscheinen.

    Wer nur eine Muttersprache hat und sein Schulenglisch etwa in Abendkursen oder im Urlaub immer wieder auffrischt, tue auch einiges für sein Gedächtnis, sagte Bialystok, doch den großen Effekt, der eine Demenzerkrankung um Jahre nach hinten verschiebe, konnte sie bisher nur bei Menschen feststellen, die zweisprachig aufwachsen. „Aber jedes bisschen hilft ein bisschen“, fügt sie hinzu. Wer mit 40, 50 oder 60 Jahren noch eine neue Sprache lerne, der werde wohl nicht mehr zweisprachig werden, aber allein das Lernen halte das Gehirn aktiv. „Das ist wie Öl für den Gehirnmotor“. Auch andere Methoden halten den Motor geschmeidig. Dazu gehöre auch unbedingt Aerobic, sagt sie, aber nicht Yoga oder Gymnastik, wie viele glauben.

    Die Zweisprachigkeit wirkt sich nicht nur im Alter positiv aus, sondern auch das kindliche Gehirn profitiert davon. So können bilinguale Kinder besser Prioritäten setzen. Es fällt ihnen leichter Aufgaben nach Wichtigkeit einzuteilen und außerdem schneiden sie im Multitasking besser ab.

    Kein Wunder, denn wenn der Mensch mehrere Dinge gleichzeitig tun will, dann ist vor allem der Gehirnbereich hinter der Stirn aktiv und der ist bei Bilingualen besonders gut vernetzt.

    Warum es für Kinder spielend einfach ist, mehrere Sprachen gleichzeitig zu erlernen, während Erwachsene schier an sich verzweifeln, wenn die Vokabeln nicht im Kopf bleiben, wollen die Sprachforscher als nächstes herausfinden.

  • Thema von AndyOSW im Forum Sprachpolitik

    Wilhelm Grimm war mehr als ein „Bruder Grimm“

    Sie zählen zu den berühmtesten Deutschen, jedes Kind kennt sie. Für die meisten gehören die „Brüder Grimm“ untrennbar zusammen.

    19. Februar 2011 „Es war einmal ein Brüderpaar. Es verstand sich ganz prächtig und wunderbar, dabei waren die Brüder doch ganz verschieden.“ So oder so ähnlich hätten die Brüder Grimm vielleicht ihre Autobiographie begonnen. „Es gibt viele Unterschiede. Wilhelm war der geselligere Typ“, erzählt Bernhard Lauer, Leiter des Grimm-Museums in Kassel. Am Donnerstag vor 225 Jahren wurde Wilhelm Carl Grimm, der jüngere der Märchensammler-Brüder, in Hanau geboren.

    „Wilhelm hat das Familienleben geprägt, Jacob dagegen hat sich vor allem der Wissenschaft verschrieben“, sagt Lauer. Wilhelm heiratete 1825 die Apothekerstochter Dorothea Wild – Jacob blieb zeit seines Lebens unverheiratet. Er lebte bei der Familie seines ein Jahr jüngeren Bruders und hatte auch ein gutes Verhältnis zu den drei Kindern Wilhelms und Dorotheas. „Jacob war für die Kinder eine Art zweiter Vater“, erzählt Lauer. Jacob und Wilhelm waren eine brüderliche Arbeits- und Lebensgemeinschaft: „Von wenigen Perioden abgesehen waren sie immer zusammen.“

    Jacob beschäftigte sich zunehmend mit der Sprache

    In ihrer gemeinsamen Zeit in Kassel hatten sich die Brüder von vielen Menschen die bis dahin überwiegend mündlich überlieferten Geschichten erzählen lassen. An ihren Werken wie der ersten Märchensammlung waren sie zunächst noch zu gleichen Teilen beteiligt, später verlegte Jacob seinen Schwerpunkt auf die Sprach-, Politik- und Religionswissenschaften. Die 2. Auflage der Märchen wird vor allem Wilhelm zugeschrieben. „Das war seine bedeutendste Leistung“, sagt Lauer. Er habe an den Märchentexten gearbeitet und sie verfeinert. „Und er hat ihnen den romantischen Zwischenton gegeben, der sie so erfolgreich gemacht hat.“ Die „Kinder- und Hausmärchen“ gelten als meistgelesenes Buch in deutscher Sprache, die Erstausgabe zählt zum Unesco-Weltdokumentenerbe.

    Jacob, der Wissenschaftler, dagegen beschäftigte sich zunehmend mit der Sprache. Er lernte Sprachen, reiste viel, zum Teil für mehrere Monate. Der Familienmensch Wilhelm habe außer einigen Erholungsreisen lediglich die Orte seiner Kindheit und seiner Familie besucht, berichtet Museumsleiter Lauer. Sein Museum ist derzeit geschlossen und wird wohl noch bis zum Herbst saniert.

    Hab und Gut dem jeweils anderen vermacht

    Auch bei der Arbeit gingen beide immer mehr ihren eigenen Weg. Auf dem von ihnen erstellten Deutschen Wörterbuch heißt es schon nicht mehr „Brüder Grimm“, sondern „von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm“. „Wilhelm hat nur den Buchstaben D beigetragen. Von Jacob kam A bis C und E bis Frucht, dann starb er“, erzählt Lauer. An alten handschriftlichen Texten kann man erkennen: Jacob überlegte genau, bevor er losschrieb, es gab kaum Korrekturen. In Wilhelms Aufzeichnungen dagegen sind mit einer viel kleineren Schrift viele Verbesserungen und Umformulierungen zu finden.

    Wilhelm Grimm starb am 16. Dezember 1859 in Berlin. Sein Bruder Jacob sagte in einer Rede über seinen Bruder, zunächst seien es Bett und Tisch gewesen, die sie geteilt hätten. Später habe es zwei Betten und zwei Tische „in derselben Stube“ gegeben und schließlich zwei Zimmer nebeneinander, aber „immer unter einem Dache“. In ihren Testamenten hatten sie alles Hab und Gut dem jeweils anderen vermacht.

    Text: F.A.Z.

  • Berliner Morgenpost: Bei der BBC erklärt Sarrazin knarzend seine Thesen

    Donnerstag, 20. Januar 2011 14:04 - Von Christoph Cöln

    Man hatte es schon geahnt: Thilo Sarrazin würde sich nicht mit Auftritten wie bei „hart aber fair“ zufrieden geben. Nun war es so weit. Im Radioprogramm der britischen BBC machte Sarrazin mit seiner Mission ernst, Deutschland und die Welt vom babylonischen Sprachgewirr zu befreien. In einer aus Berlin gesendeten Diskussionsrunde durfte er seine migrationskritischen Thesen einem internationalen Publikum vorstellen. Wohlgemerkt auf Englisch. Das klang dann so: “Hello. I am Thilo Sarrazin. I am glätt to speak to you all over se wörlt.”

    Sarrazins Englisch knarzt und rattert wie ein kaputter Käfer im schottischen Hochland und es dauert etwa 15 Minuten, bis der Hörer sich an diese phonetische Tortur gewöhnt hat. So müssen sich die Römer vorgekommen sein, als sie zum ersten Mal auf Germanen trafen. Sarrazins britischer Gastgeber überhört den sprachbildnerischen Makel des Ex-Bundesbankvorstands während der immerhin 50 Minuten dauernden Gesprächssendung allerdings geduldig. Das hängt wohl nicht alleine mit der inseltypischen Noblesse zusammen, sondern auch damit, dass er den Erfolgsautor aus Deutschland nicht unterschätzt.

    Zu Recht. Wie stets hat Sarrazin auch diesmal wieder sein bekanntes Rüstzeug dabei: die Statistik. Und die wiegt schwer. Gleich zu Beginn der Sendung mit dem schönen Titel „World Have Your Say“ gibt er davon eine Kostprobe. Auf die Gastarbeiter angesprochen, die von deutschen Regierungen zu Hunderttausenden ins Land geholt wurden, und von denen die Nachkriegswirtschaft noch Jahrzehnte später profitierte, weicht er zielstrebig aus. Lieber kontert er mit einer nicht enden wollenden Aufzählung von Zahlen-Kaskaden, die jedem Mathelehrer den Schweiß auf die Stirn treiben, und die belegen sollen, dass nicht-europäische Migranten sich kontinuierlich vermehren, während jene europäischer Herkunft wieder brav in ihre Heimatländer zurückkehren. Dann schließt er ungerührt: „People are not here because they were invited to work, people are here because they choose the germany as a land which is comfortable to live in.”

    In diesem Sarrazin-typischen Mix aus statistischen Oberflächen und soziokulturellen Kurzschlüssen geht es munter weiter. Da wird mal eben die genetische Überlegenheit der Juden gegenüber den Muslimen überschlagen, da wird pauschalisiert, dass ethnische Zugehörigkeit zugleich die Abhängigkeit von Sozialleistungen bedingt, und ganz nebenbei erklärt, wie man in einem Land die richtige moralische Atmosphäre herstellt. Dass er selbst dabei eine Vorreiterrolle inne hat, daran lässt er keinen Zweifel. Aus dem umständlichen Sarrazin-Englisch übersetzt, lautet seine geistige Hygiene-Formel wie folgt: Den Mut haben, seine Meinung zu sagen und nicht erst zweimal darüber nachdenken. Diese Losung gehört inzwischen zu den Standardsätzen, die bei keinem Auftritt des Ex-Politikers fehlen. Thilo, der Klartext-Sprecher, der selbstlose Aufklärer und Mahner.

    Die Strafräume der Debatten beherrscht er seit Monaten mit einer Zähigkeit, die verwundert. Und wenn es um die Multiplikator-Wirkung seiner Thesen geht, dann sprechen auch die Zahlen für sich: Ungezählte Talkshow-Auftritte, gedruckte Leitartikel und elektronische Forum-Kommentare stehen da zu Buche. Mit der BBC-Sendung stößt er jetzt ein weites Spielfeld auf: Er gibt den Global Player. Sarrazin weiß zu gut, dass Deutschland längst nicht das einzige Land ist, in dem sogenannte Integrations-Debatten gären.

    Auch die Auflage seines Millionen-Bestsellers wird sicher nicht darunter leiden. Immerhin gilt es, fremdsprachige Märkte zu erobern. Übersetzungen sollen bereits in Planung sein. Vielleicht sorgt „Deutschland schafft sich ab“ ja bald auf Türkisch für Furore. Immerhin hat das Buch hierzulande schon einen eigenen Wikipedia-Eintrag und der ist mit 75.000 Zeichen mehr als doppelt so lang, wie der Eintrag zum Islam (34.000 Zeichen). Den Titel seines Buchs übersetzt der Autor dem Publikum an den Weltempfängern übrigens so: „The Germany is doing itself away.“

    Der mediale Thilo-Overkill lässt selbst den Deutschland-Korrespondenten der BBC nicht kalt, der mit im Berliner Studio ist. Ehrlich beeindruckt spricht er davon, dass Sarrazin die Integrations-Debatte völlig auf den Kopf gestellt habe. Da kann man dem Kollegen nicht widersprechen. Aber was dabei herauskommt, wenn der „Volkskörper“ so sehr aus dem Gleichgewicht gerät, zeigt Jörg aus Niedersachsen, der sich per Telefon an dem Streitgespräch beteiligt und stolz verkündet, er gehöre jenen statistisch erfassten 20 Prozent an, die Sarrazin sofort wählen würden. Der so Gelobte beruhigt den darauf nervös gewordenen Moderator und verspricht, dass er keineswegs vorhabe, wieder in die Politik einzusteigen. Immerhin sei er schon 65. Offenbar noch jung genug um auszuteilen und einzustecken.

    In der BBC-Runde wird er später als „Fanatiker“ und „Faschist“ bezeichnet. Sarrazin lässt das an sich abperlen. Jeder sei halt selbst für seine Sprache verantwortlich, brummt er. Er hingegen sei nur für das verantwortlich, was er sage. Und das sei nun mal richtig. Wenn er falsch verstanden werde, sei das nicht sein Problem. Dafür übernehme er nicht die Verantwortung.

    Dann ruft Kuba aus Hamburg an. Sie ist die Tochter eines türkischen Gastarbeiters und fragt Sarrazin in blitzsauberem Englisch, ob ihm eigentlich klar sei, dass er mit seinem Buch und seinen Auftritten ein emotionales Reizklima schaffe - und damit gerade jene Integrationsbemühungen um Jahrzehnte zurückwerfe, die er im gleichen Zug einfordere. „Warum versuchen sie uns wieder zu entfremden?“, lautet ihr Vorwurf mit brüchiger Stimme.

    Daraufhin geht Sarrazin genüsslich in die Offensive, holt nun seinerseits das scharfe Beil raus: „Also“, bescheidet er die junge Dame, „das haben sie sich ja selbst ausgesucht. Sie müssen sich nicht wundern, dass sie in Deutschland diskriminiert werden, wenn sie hier ein Kopftuch tragen.“ Keine zwei Sätze später hat er sich dann auch schon widersprochen. Die Türken in „the Germany“ würden ja gar nicht wegen ihres Kopftuches angefeindet, nur, um sogleich ein noch größeres Kaliber aufzufahren: aber den Orientalen mache es eben Spaß, Schuldgefühle im anderen zu wecken. Ob er das wirklich glaube, tritt der BBC-Mann hörbar schockiert dazwischen. Ja, das habe er wortwörtlich von einer Türkin erfahren, so Sarrazin. Er zieht seinen Joker, die Zitat-Karte.

    Auch der resoluten Hamburgerin sind die Widersprüche in Sarrazins Argumentation aber nicht entgangen. Sie kommt noch mal aus der Deckung. Doch Sarrazin hat sich längst wieder in seinem statistischen Schützengraben verschanzt und plärrt: „Ich kenne die Fakten“. Die junge Dame unternimmt noch einen letzten Schlichtungsversuch. Was sie denn nun tun solle? Das sei doch ganz klar, so Sarrazin: „I want you to integrate!“

    >>>Hören Sie hier das vollständige Interview<<<

  • Unwort des Jahres 2010: alternativlosDatum19.01.2011 16:22

    DER TAGESSPIEGEL: Matthies ringt um Worte: Neusprech würgt Debatte ab

    In seiner Sprachkolumne "Matthies ringt um Worte" begründet Bernd Matthies, warum "alternativlos" als "Unwort des Jahres" ausnahmsweise passt.

    Nicht, dass wir nun dringend auf das „Unwort des Jahres“ gewartet hätten. Der brave Frankfurter Professor Schlosser, von dem außerhalb dieser Aktion wenig zu hören ist, versucht damit meist, Politiker zu kritisieren und ein wenig wohlfeile Gesellschaftskritik loszuwerden. Im letzten Jahr hat er uns mit allen Anzeichen großen Ekels das Wort „betriebsratsverseucht“ vor die Füße geworfen, das weder davor noch danach irgendwo zu hören war und deshalb zu Recht vergessen ist. Das Unwort des Jahres 2011 passt, ausnahmsweise, besser. Denn „alternativlos“ hat zweifellos große Bedeutung im politischen Diskurs dieser Tage, und es ist, immer, eine Lüge.

    Die Wahl richtet sich natürlich gegen Angela Merkel und ihre Getreuen, die sich der Welt gern als Sachwalter der Realität zeigen, die angeblich immer nur einen Weg kennt, und zwar den von Angela Merkel unter Druck der Fakten erwählten. Das ist natürlich Unsinn, denn es gibt immer eine Alternative, auch im Fall der Entschuldung Griechenlands, die Experten mit zahlreichen konkurrierenden Vorschlägen heilen wollten. Es reicht im Grunde, den Begriff „alternativlose Entscheidung“ näher anzusehen, um das Prinzip zu begreifen. Dann wenn es keine Alternative gibt, gibt es auch keine Entscheidung. Der Tod ist so ein Fall, denn niemand hat die Möglichkeit, sich auf Dauer gegen ihn zu entscheiden. Aber sonst? Selbstverständlich hätte es auch zum deutschen Einigungsvertrag, dem Musterfall der angeblichen Alternativlosigkeit, mehrere Alternativen gegeben, nur wollte die Mehrheit sie halt nicht ausprobieren.

    Der Makel der Unwort-Wahl besteht darin, dass sie nicht gerade blitzaktuell wirkt. Denn die Idee, etwas für politisch alternativlos zu erklären, stammt vermutlich von den Azteken – ganz sicher aber von Margaret Thatcher, die Anfang der 80er Jahre das TINA-Prinzip erfunden hat, kurz für „There Is No Alternative“. Ihre Gegner nannten sie spöttisch „Tina“ und bemängelten, die von ihr ständig behauptete Alternativlosigkeit sei nicht real, sondern nur ein propagandistisches Mittel, um Kritik in der Öffentlichkeit von vornherein zu delegitimieren und eine Diskussion zu unterbinden. Nahezu deckungsgleich argumentiert auch die Schlosser-Jury, die sich damit auch gleich auf der politisch korrekten Seite einfindet, denn das Spottwort vom Tina-Prinzip ist seitdem auf der Seite der Linken heimisch geworden und wird in praktisch allen Fällen gegen mutmaßlich „neoliberale“ Standpunkte ins Feld geführt.

    In der Tat werden vor allem Entscheidungen in dieser Richtung als „alternativlos“ begründet. Gerhard Schröder benutzte es vor drei Jahren, um das Rettungspaket für die „notleidenden Banken“ (Unwort 2008) unter die Leute zu bringen, Angela Merkel hat es auf den Afghanistan-Einsatz und die Rettung der HRS-Bank angewendet, und von ihr führt die Spur des Worts zu Ursula von der Leyen („Die Rente mit 67 ist alternativlos“) bis hin zum Rauswurf der Linkspartei aus dem Bundestagsplenum, den Volker Kauder für „alternativlos“ erklärte. Immer gab es natürlich Alternativen, nur hätte man früher eben einfach gesagt, diese oder jene Entscheidung sei richtig oder stehe unter Sachzwang. Oder die ehrliche Variante benutzt: Selbstverständlich gebe es andere Möglichkeiten, nur hätten deren Anhänger leider, leider nicht die Mehrheit. Heute soll die Debatte schlicht per Neusprech abgewürgt werden, und deshalb ist die Entscheidung für das Unwort des Jahres zwar nicht alternativlos, aber richtig.

  • Thema von AndyOSW im Forum Deutsch in Medien und...

    Gefunden hier: http://www.sims3marktplatz.net/forum/ind...ad&threadID=106

    Zitat von Sims 3 Marktplatz
    An alle Seitenbetreiber! ~ To all side operators!


    Das ist wirklich so geschrieben worden. Die Seitenbetreiber sind keine Kiddies, sondern gestandene Frauen und Männer zwischen 30 und 50. Aber in besagtem Forum tummeln sich auch schulpflichtige Kinder und Jugendliche...

    Ich würde nicht immer die Fremdsprachkenntnisse der Heranwachsenden prüfen, sondern auch mal die ihrer Erziehungsberechtigten (-verpflichteten?).

  • Ein frohes Weihnachtsfest...Datum24.12.2010 12:43
    Thema von AndyOSW im Forum F r e i s t i l

    ... und einen guten Start ins Jahr 2011 wünsche ich allen Teilnehmern und Mitlesern des Deutschen Sprachforums!

    Andy

  • Thema von AndyOSW im Forum F r e i s t i l

    WELT Online: Die Maus, die wie ein Vogel zwitschern kann

    Kein Witz: Japanische Forscher haben eine zwitschernde Maus gezüchtet. Das Experiment soll neue Erkenntnisse über die Ursprünge der Sprache liefern.

    Japanische Forscher haben durch Gen-Mutationen eine Maus gezüchtet, die zwitschert wie ein Vogel. Wie die Forscher von der Universität Osaka erklärten, erhoffen sie sich von dem Experiment Erkenntnisse zu den Ursprüngen der menschlichen Sprache. Die Maus entstand in einem Projekt, bei dem genetisch modifizierte Mäuse verwendet werden, die dazu neigen, ihr Erbgut falsch zu reproduzieren und damit zu mutieren.

    „Eigentlich hatte ich Mäuse mit verändertem äußerer Form erwartet“, sagte der Projektleiter Arikuni Uchimura. Doch eines Tages hätten sie unter den Neugeborenen eine zwitschernde Maus entdeckt. Die Eigenschaft sei zwar zufällig entstanden, würde nun jedoch von Generation zu Generation weitergegeben. Das Labor habe nun mehr als hundert „zwitschernde Mäuse“ für die weitere Forschung, sagte Uchimura.

    Studien von Singvögeln hätten in anderen Ländern ergeben, dass diese verschiedene Klangelemente benutzten, die ähnlich wie Wörter zu Brocken zusammengefügt würden, sagte Uchimura. Aus diesen würden dann „Lieder“ erzeugt, die gewissen sprachlichen Regeln folgen. Mäuse seien jedoch viel besser als Vögel zu studieren, da sie in ihren Hirnstrukturen Menschen weitaus ähnlicher seien als Vögel, sagte Uchimura.

    „Wir beobachten nun, wie eine Maus, die neue Töne ausstößt, normale Mäuse beeinflusst ... in anderen Worten, ob diese Töne soziale Bedeutung haben“, sagte Uchimura. Angesichts der Tatsache, dass mutierte Mäuse lauter zwitschern, wenn sie sich in ungewohnter Umgebung befinden oder wenn männliche zu weiblichen Tieren gesetzt werden, ist es nach Ansicht Uchimuras möglich, dass ihr Zwitschern „eine Art Ausdruck ihrer Emotionen oder ihrer körperlichen Situation ist“.

    Weiterführende Informationen zum Thema: Zwitschernde Mäuse im Video:

  • Thema von AndyOSW im Forum Deutsch in Medien und...

    Der Tagesspiegel: Radio in zwei Sprachen - Arabeske aus Kreuzberg

    Emotionale Themen werden bei Metropol FM auf Türkisch gesendet, sachliche Themen auf Deutsch. Warum der Radiosender für Deutschtürken so erfolgreich ist.

    Die Schicht von Serdar Semizoglus hat um halb sechs in der Früh begonnen. Jetzt, ein paar Stunden später, will der Radiomoderator seinen Hörern einen schönen Start in den Tag wünschen und gute Laune verbreiten. Doch Serdar Semizoglus Magen knurrt und er kann sich einen Kommentar einfach nicht verkneifen: „Sie sitzen sicher gemütlich beim Frühstück, ich hatte bisher noch keine Zeit zu essen“, klagt er, dann spielt er türkische Popsongs, die vordersten Plätze der Charts aus Istanbul. Plötzlich steht eine Hörerin im Studio – mit Croissants für Semizoglus.

    Solche Dinge passieren häufiger bei Metropol FM. Der Sender hat viele Fans, über 19 000 sind es bei Facebook.

    Nicht wenige halten täglich Kontakt. Sie rufen an, schreiben Mails, berichten aus Mannheim oder Stuttgart. „Manche sind für uns fast wie Reporter“, sagt Semizoglus.

    Seit über zehn Jahren gibt es Metropol FM. Es ist der einzige Sender für Deutschtürken, das Programm wurde für ihre Bedürfnisse konzipiert. Gesendet wird zweisprachig: emotionale Themen auf Türkisch, sachliche Themen auf Deutsch. Zur vollen Stunde sendet Metropol FM Nachrichten aus Deutschland, danach Neuigkeiten aus Ankara. Rund 450 000 Menschen erreicht Radyo Metropol deutschlandweit. Doch jetzt hat der Sender die Frequenz gewechselt und ist auf 101,9 MHz zu hören. Das Ziel: Neue Hörer zu gewinnen. „Wir rechen mit 50 000“, sagt Tamer Ergün Yikici, Erfinder und Geschäftsführer von Metropol FM. Ein Mann mit Richard-Gere-Frisur. Obwohl es Metropol seit über zehn Jahren gebe, ärgert er sich, konnten bisher viele Hinterhöfe in Kreuzberg, Neukölln und Schöneberg nicht erreicht werden. Dabei sitzt genau dort die Klientel, die man erreichen will.

    In Kreuzberg wird auch das Programm gemacht. Im sechsten Stock eines Kreuzberger Hochhauses liegen die Redaktionsbüros. Junge Redakteure blicken auf Flachbildschirme. Hinter einer großen Fensterfront flötet eine junge Frau mit hüftlangem Haar die Anmoderation ins Mikrofon. Aus dem Nachbarraum dringt ein Sprachmix aus Deutsch und Türkisch. Die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ liegt griffbereit, daneben deutsche Boulevard- und Regionalzeitungen. Redaktionsleiter Taner Sentürk blickt durch eine schwarze Hornbrille. Der 43-Jährige verkündet das Thema des Tages. Der Mauerfall hat sich gejährt. „Wie haben die Älteren die Wende erlebt?“, fragt er in die Runde.

    Gesendet wird Radyo Metropol nicht nur in der Hauptstadtregion, sondern dazu auch im Rhein-Main-Gebiet und in Südwestdeutschland. Doch in Städten wie Köln oder im Ruhrgebiet, wo überdurchschnittlich viele Deutschtürken leben, kann Metropol FM nur über einen Internetstream gehört werden. Es gibt dort keine freien Frequenzen. Zumindest in Berlin hofft Geschäftsführer Yikici nach dem Frequenzwechsel nun auf Zuwachs.

    Yikici war 25 Jahre alt, als er aus Istanbul nach Berlin zog, um Betriebswirtschaft zu studieren. Während eines Marktforschungsprojekts untersuchte er, wie Deutschtürken Medien nutzten. Heraus kam, dass sie fast ausschließlich türkische Medien konsumieren. Deshalb, so zeigte Yikicis Analyse, würden sich viele Deutschtürken von politischen Entscheidungsprozessen in Deutschland nicht betroffen fühlen. „Das deutsche Medienangebot spricht sie aus unterschiedlichen Gründen nicht an“, sagt er. Das fange bei der Musik an und höre bei den Veranstaltungshinweisen auf. „Hinzu kommt, dass sie die deutschen Nachrichten oft aus sprachlichen Gründen oder fehlenden Vorkenntnissen über die Themen nicht nachvollziehen können.“

    Abgesehen von der Entfremdung, die sich da vollzogen habe, sei eine nicht zu unterschätzende Zielgruppe außer Acht gelassen worden, befand Yikici. So sah das auch die Gesellschafterin, die Moira Rundfunk GmbH, und investierte. „Metropol FM ist ein erfolgreiches Radio und schreibt seit Jahren schwarze Zahlen“, sagt der Geschäftsführer. Einen Mangel an Werbekunden gibt es nicht. Vom deutschen Autohersteller bis zur türkischen Supermarktkette sind viele zahlungskräftige Unternehmen vertreten.

    Yikici ködert die Deutschtürken mit türkischer Popmusik. Und Arabeske – was mit deutscher Volksmusik verglichen werden kann. „Türken wünschen sich mehr Unterhaltung als die Deutschen, sie ticken eher wie Spanier oder Italiener“, sagt er. Die erste Zeit sendete Metropol FM nur auf Türkisch, sukzessive wurde der deutsche Anteil erhöht. Heute ist mehr als ein Viertel des Programms auf Deutsch.

    Redaktionsleiter Taner Sentürk ist beim zweiten Topthema des Tages. Es gibt Änderungen bei der KFZ-Versicherung. Das interessiert die Deutschtürken. Angedacht ist ein Interview mit einem Fachmann. „Der O-Ton des Experten muss mehrmals unterbrochen werden“, sagt Sentürk. Allein das Wort „KFZ-Steuer“, Sentürk seufzt. Das sei schwer ins Türkische zu übersetzen, es bedarf einer Erläuterung – alltägliche Hürden, die die Programmmacher von Metropol überwinden müssen.

    Im Sender erzählt man gerne die Geschichte vom Grünen Punkt. Während Deutsche ganz selbstverständlich den Müll trennten, rätselte der ein oder andere Deutschtürke, warum die Tonnen im Hof verschiedene Farben trugen. Um solche Dinge unterhaltsam zu vermitteln, bedient man sich bei Metropol FM des Schattenspiels. Eine Erzählform, beliebt in der Türkei und beliebt bei den Deutschtürken. Der Intellektuelle trifft auf den Bauern und erklärt ihm die Welt. Bei Metropol FM erklärt der integrierte Türke dem nicht integrierten Türken, was es mit dem Grünen Punkt auf sich hat.

    Integrationsdebatten gibt es täglich, nicht erst seit Sarrazin, obwohl der viele Wochen Topthema war. Es gab massenhaft Anrufe. Auch solche, die dem ehemaligen Finanzsenator Recht gaben. Neu ist die Sendung „Dönerstag“, die ein jüngeres Publikum erreichen will. Dort reden Paare oder Freunde, von denen einer ein deutscher Bio-Fan, der andere Deutschtürke ist, über ihre täglichen Herausforderungen im gemeinsamen Alltag.

    Yikicis Suche nach Mitarbeitern war mühsam. Als er einen Moderator einstellen wollte, musste er gleich mehrere hundert Deutschtürken casten. Fast niemand erfüllte die sprachlichen Anforderungen, die der Beruf mit sich bringt. Die Deutschkenntnisse waren unzureichend, die Türkischkenntnisse ebenso. „Am schlimmsten war es, dass es den Bewerbern gar nicht bewusst war“, sagt Yikici.

    Serdar Semizoglus beherrscht dagegen Türkisch und Deutsch. Er freut sich, dass ihm die Hörerin ein Croissant vorbeigebracht hat – ein Gebäck, dessen Name in beiden Sprachen bekannt ist.

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